Seit dem Sommer 2016 spielt er im Dress des FCSG und geht seinen Weg. Rangin Ringal, auch «Rango» genannt, hat jedoch einen etwas anderen Hintergrund als die meisten im heutigen Nachwuchsspitzensport des FCO. Die Familie des 15-Jährigen ist wegen politischer Unruhen aus Syrien geflohen. Sein Vater ging voraus, die Mutter mit den drei Söhnen hinterher. Es war ein langer, beschwerlicher Weg aus dem Kriegsgebiet bis in die Schweiz. Über das Festland und den Wasserweg gelangte die syrische Familie 2009 in die Schweiz. Dazwischen lagen die Türkei und Italien. «Ich spreche nicht gerne über diese Zeit und kann mich auch nicht wirklich daran erinnern», sagt der U16-Mittelfeldspieler.

Heute hat er kaum noch Verwandte in seinem Herkunftsland. «Meine ganze Familie lebt in der Schweiz. Nicht alle in der Deutschschweiz, einige auch in der Westschweiz. Nur meine Grossmutter wollte in ihrer Heimat bleiben», erklärt «Rango». Weil die Familie durch die moderne Technik dennoch die Möglichkeit hat, im ständigem Kontakt mit der Grossmutter zu sein, kommt auch kein Heimweh auf.

Fussball war zu langweilig

Als Rangin Rigal noch in Syrien lebte, hat in Fussball nicht gross interessiert. Er sagt dazu: «Ich habe schon manchmal Fussball gespielt, hatte aber nie die Absicht oder den Wunsch, Profi zu werden. Fussballspiele im TV waren mir zu langweilig. Es ging mir immer zu lange, bis ein Tor fiel.» Schliesslich ist er aber über seine Brüder zu seiner heutigen Leidenschaft gekommen. Seine Brüder hatten bereits in Syrien mehr Freude am Sport mit dem runden Leder. In der Schweiz steckten sie Rango mit dem «Fussballfieber» an – und schnell entpuppte sich sein grosses Talent. «Ich war nicht in einem Fussballclub, spielte nur auf dem Schulplatz oder mit der Klasse an Grümpelturnieren. Obwohl ich in keinem Verein war, bin ich aufgefallen. Dann kam ich zum FC Gossau», beschreibt das FCO-Talent seine fussballerischen Anfänge.

Mit der Familie wohnt der gebürtige Syrier in Andwil und empfindet die Schweiz als seine Heimat. Rigal: «Meine Kindheit hat für mich hier in der Schweiz begonnen. Das ist meine Heimat. Deutsch beziehungsweise Schweizerdeutsch ist die Sprache, die ich am besten beherrsche.»

Als Real-Fan käme er auch mit Athletico klar

Der junge Nachwuchs-Mittelfeldspieler trägt auch das Nationaltrikot seiner selbst ernannten Heimat. Bei der Schweizer U16-Nationalmannschaft steht er im B-Kader. «Über ein Sichtungstraining in Frauenfeld schaffte ich den Sprung in die Nationalmannschaft. Leider kam ich jedoch noch zu keinem Länderspiel», sagt Rango. Das B- unterscheidet sich vom A-Kader in der körperlichen und sportlichen Reife der Nachwuchskicker. Die Talente im B-Kader haben grosses Potential, sind den Spielern im A-Kader jedoch noch etwas unterlegen. Dazu meint Rigal: «Ich konzentriere mich voll und ganz auf den FCSG. Mir ist wichtig, was hier passiert, nicht ob ich in der Nati bin.»

Seine fussballerische Karriere hat er bereits gut geplant. Kurzfristig möchte er den Schritt in die U18 schaffen, mittelfristig sich im Kader der ersten Mannschaft in der Super League etablieren. Langfristig träumt er von der spanischen Liga. Der Fan von Real Madrid könnte sich jedoch auch vorstellen, einmal beim Stadtrivalen Atletico zu spielen.

 
"Rango" über eine teaminterne Freundschaft und den Erfolgsfall