Ronya Böni, wie kam es zu diesem Kreuzbandriss?

Ronya Böni: Im Meisterschaftsspiel gegen YB wurde ich beim Verhindern einer Flanke vom Ball getroffen. Ich knickte dann mit dem Knie nach innen und hab gleich gespürt, dass da was kaputt sein muss.

Wie ist die OP verlaufen?

Ronya Böni: Die OP ist gut verlaufen. Es wurde eine Sehne aus dem linken Oberschenkel genommen, die im rechten Knie eingesetzt wurde und jetzt mein neues Kreuzband ist.

Wie sieht dein Reha Plan aus?

Ronya Böni: Da dies schon mein zweiter Kreuzbandriss war, musste ich zu Beginn ein wenig vorsichtiger sein. Mittlerweile brauche ich keine Krücken mehr und bin bereits wieder am Lauf- und Krafttraining machen.

Was ist das schlimmste bei einer so langen Verletzung?

Ronya Böni: Das Schlimmste ist sicherlich, für eine lange Zeit nicht mehr Fussball spielen zu können. Ich stehe sonst fast jeden Tag auf dem Fussballplatz, da ist dann schon eine grosse Lücke, wenn das nicht mehr geht.

Kann man abschätzen, wann du wieder mit der Mannschaft trainieren kannst?

Ronya Böni: Das ist momentan noch schwierig zu sagen, da die OP noch nicht lange her ist. Ich hoffe aber, dass ich im Herbst wieder mittrainieren kann.

Jetzt wo du zum Zuschauen «verdammt» bist. Wie nimmst du die bisherigen Leistungen deiner Teamkolleginnen in der laufenden Saison in der NLA wahr?

Ronya Böni: Bis Ende Oktober war die Leistung ziemlich gut. Das Team gewöhnte sich schnell an den hohen Spielrhythmus der NLA, musste ein paar knappe Niederlagen hinnehmen, konnte aber auch verdient Punkte einfahren. Dann gegen Ende der Vorrunde, denke ich, wurde das junge Team langsam müde und hatte dann auch die Winterpause bitter nötig. Nach der Winterpause gefiel mir das Team wieder besser, es gab Fortschritte über den Winter, die ich auch im Spiel sehen konnte. Ich war mir sicher, dass auch die ersten Punkte im neuen Jahr kommen werden, nun ist uns leider die Corona-Pause dazwischen gekommen.

Wie bist du zum Fussball gekommen und über welche Stationen beim FCO St.Gallen-Staad gelandet?

Ronya Böni: Mein 2 Jahre älterer Bruder spielte in der Fussballschule des FC Uzwil. Ich folgte ihm dorthin und spielte dann bis ich 14 war mit den Jungs des FC Uzwil. Anschliessend wechselte ich in die NLB zu den Frauen des FC Kirchberg. Dazu hatte ich eine Doppellizenz mit dem FC St.Gallen und spielte/trainierte dort auch noch in der U18. 2015 wurde die Frauenmannschaft vom FC Kirchberg aufgelöst und ich wechselte nach Staad. Seit dem Zusammenschluss vor 2.5 Jahren spiele ich nun beim FCO St.Gallen-Staad.

Im Herbst 2019 bist du bei der Nacht des Ostschweizer Fussballs zur «Spielerin des Jahres» gekürt worden. Was bedeutet dir dieser Titel und auf welches Highlight schaust du in deiner bisherigen Karriere auch noch gerne zurück?

Ronya Böni: Ich habe mich riesig gefreut über diesen Titel. Für mich ist es vor allem eine schöne Anerkennung für die letzte Saison, in der wir mit dem FCO St.Gallen-Staad wieder in die NLA aufgestiegen sind. Dies war bis jetzt sicherlich auch das grösste Highlight meiner Karriere. Ein Ziel, für das man die ganze Saison hart gearbeitet hat, schlussendlich auch zu erreichen, ist das Grösste!

Wir hoffen, dass du bald wieder spielen kannst. Hast du dir Gedanken gemacht, was du nach deiner Fussball Karriere machen möchtest?

Ronya Böni: Ich bin momentan im 4. Semester am Medizin studieren. Ich möchte also gerne mal als Ärztin arbeiten. Der Sport wird aber sicherlich immer ein wichtiger Teil in meinem Leben bleiben, da er für mich auch ein guter Ausgleich ist, um den Kopf nach einem anstrengenden Tag auszulüften.