«Ich wusste nicht mehr, wo mein Arm ist.» So beschreibt Nico Strübi seinen Trainingsunfall in der U21. Anfangs November passiert es: Der Nummer drei in der Torhüter Hierarchie von der ersten Mannschaft des FC St. Gallens, fallen Mitspieler unglücklich auf seinen Arm. Es sei eine normale Spielsituation gewesen, erinnert sich Strübi. Er reagierte auf eine Flanke, dann ging alles schnell. Nach einem Luftduell prallten er und einige Mitspieler auf den Boden, einer oder mehrere ihm auf den Arm. Er weiss es nicht mehr genau. Was er sofort merkte: Der Ellbogen war ausgerenkt - mindestens.

Noch auf dem Feld wurde der Arm wieder eingehängt. Doch dann die erschütternde Diagnose aus dem Spital: Bänder-, Sehnen- und Muskelriss – das voraussichtliche Saisonaus. Doch damit nicht genug, mit der Saison wird auch sein Vertrag enden.

«Ich mache mir noch keine Gedanken um meinen Vertrag»

Nico Strübi ist das Lachen auch nach dem Trainingsunfall nicht vergangen. Er gibt sich gelassen und ist froh über die Unterstützung, welche ihm der Verein und seine Familie zukommen lassen. Die Details über seinen Kontrakt mit dem FCSG lässt er sein Management klären. Für ihn steht der Fussball auch während der Verletzung im Fokus.

Trotz der Konzentration auf den Sport geht Nico Strübi einem Bürojob nach. Jedoch nicht, wie viele vermuten, aufgrund einer Ausbildung. Diese schloss er im Sommer 2019 ab. Dennoch ist er weiter im Teilzeit-Pensum für seinen Lehrbetrieb Sanitas Trösch tätig. Tönt nach einem Plan-B, falls es doch nicht funktionieren sollte mit dem Spitzensport. Auch das ist ein Irrtum. «Das Arbeiten ist für mich ein Ausgleich zum Sport. Ich bin in der glücklichen Position, dass ich meine Arbeitszeiten frei einteilen darf», erklärt Nico Strübi sein Engagement bei Sanitas Trösch. Seine fussballerischen Ziele stehen für ihn dennoch an erster Stelle. Er möchte sich beim FCSG durchsetzen, im Kybunpark auflaufen und später in die Bundesliga. Am liebsten zu seinem Lieblingsklub an die Säbenerstrasse, zum FC Bayern München. Einen Traum den er seit Klein auf verfolgt.

Vom FC Gossau über St. Gallen zum FC Bayern

Seine ersten Schritte auf dem Fussballplatz machte Nico Stübi im Trikot des FC Gossau. Der gebürtige Gossauer wurde früh in den Bann des runden Leders gezogen. Der Sport ist in seiner Familie tief verankert. Bereits sein Vater spielte in der ersten Mannschaft des FC Gossau. Doch der talentierte Goalie wechselte schon früh zum FC Wil. Nach drei Jahren bei den Wilern zog es ihn weiter zum FC St. Gallen. Seit der Juniorenstufe U14 spielt er für Grün-Weiss. Doch seinen Gossauer Wurzeln blieb er stets treu. Noch heute wohnt er in seiner Geburtsstadt im Elternhaus. Eine Spieler-Wohngemeinschaft oder eine eigene Wohnung waren für ihn noch kein Thema. Den Kontakt zu seinen Teammitgliedern pflegt er trotzdem - in seiner Freizeit. Gerne verbringt er seine freien Stunden vor allem mit Fabio Solimando, Cedric Itten und Betim Fazliji. Mit letzterem teilt er sich auch das Zimmer, wenn er mit der ersten Mannschaft unterwegs ist.