Philipp Muntwiler: Junior, Profi, Captain – und Nachwuchstrainer

Als Junior und Profi trägt er das Trikot der beiden FCO-Vereine FC St.Gallen 1879 und FC Wil 1900. Der gebürtige Wiler Philipp Muntwiler verbrachte einen Grossteil seiner bisherigen Fussballerkarriere im Einzugsgebiet von Future Champs Ostschweiz. Heute ist er nicht «nur» Profi und Captain beim FC Wil, er trainiert auch Nachwuchsspieler. hallochamps.ch hat ihn getroffen.

Mit dem Wechsel zurück zum FC Wil 1900 schliesst sich ein Kreis für Philipp Muntwiler. In jungen Jahren lancierte der talentierte Fussballer seine Karriere bei den Äbtestädtern in der Nachwuchsabteilung. Doch schon bald wurden die Juniorenverantwortlichen des FC St.Gallen 1879 auf ihn aufmerksam. So schloss er sich im Sommer 2002 im Alter von gerade einmal 15 Jahren dem Nachwuchs des FCSG an. In der Kantonshauptstadt blieb er zehn Jahre. Auch sein Profidebut feierte er im grün-weissen Dress. Mit einem Profivertrag in der Tasche, lief er auswärts gegen den FC Schaffhausen zum ersten Mal in der höchsten Spielklasse auf – und das auf Schnee. «Es war ein Spiel der hohen und weiten Bälle. Ich kam zwei bis drei Minuten vor Spielschluss auf den Platz und hatte nur einen Ballkontakt. Mein damaliger Teamkollege Philippe Montandon wusste, dass es mein Debut ist und spielte mir kurz vor Abpfiff noch einen Pass zu», erklärt der defensive Mittelfeldspieler.

 
"Munti" über das Amt des Captains und seinen Trainerjob im Nachwuchs

Später machte er im altehrwürdigen Espenmoos-Stadion seine ersten Schritte vor dem Espenblock. «Was einem jungen Spieler in einem solchen Moment durch den Kopf geht, ist kaum zu beschreiben. Das Espenmoos war eines der geilsten Stadien, in dem ich je auflaufen durfte - ein richtiger Hexenkessel. Es war eine tolle Erfahrung», beschreibt der heutige FC-Wil-Captain die damalige Situation.

Abstieg lancierte die Karriere

Höhen und Tiefen erlebte Muntwiler mit dem Team. Im Jahr 2008 haben die Espen die Barrage gegen die AC Bellinzona verloren und wurden relegiert. Der Abstieg in die Challenge League war jedoch für ihn persönlich ein Aufstieg. «Im ersten Moment war es schwierig und sehr emotional. Es flossen Tränen. Denn man wusste, dass dies für den Verein und das gesamte Umfeld ein einschlägiges Ereignis war. Doch rückblickend wurde dadurch meine Karriere lanciert. In der Challenge League wurde ich Stammspieler und wir konnten den sofortigen Wiederaufstieg feiern», sagt Muntwiler.

Im Jahr 2012 kam es zum Abgang Richtung Luzern. Knapp über ein Jahr spielte er in der Innerschweiz. Doch glücklich wurde er nicht. «Könnte ich eine Sache in meiner Karriere anders machen, wäre es der Transfer zum FCL. Ich habe mich nie wohl gefühlt in Luzern», sagt Muntwiler. So schloss er sich dem FC Vaduz an. Er wurde zum Gegenspieler jener Vereine, die ihm die Karriere ermöglichten und ihm speziell am Herzen liegen. Heute ist er zurück in der Äbtestadt. Als Eckpfeiler des Teams von Trainer Ciriaco Sforza. Kürzlich wurde der 32-Jährige nominiert für das Challenge League Dream Team 2019.

Am liebsten Trainer von Newcastle

Mit 32 Jahren befindet sich der Routinier bereits im Herbst seiner Profikarriere. Beim FC Wil läuft sein Vertrag noch bis im Sommer 2021. Ob es danach fussballerisch weiter geht, weiss er noch nicht. «Ich spiele so lange, wie ich noch mithalten kann und dem Team eine Hilfe bin. Sollte sich das ändern, so bin ich genug selbstkritisch, dass ich die Profikarriere beende. Die Fussballschuhe werde ich aber auch dann nicht zwingend an den Nagel hängen. Vielleicht spiele ich dann Fussball als Hobby», meint Muntwiler.

Eines seiner grossen Ziele ist es, dereinst als Trainer an der Seitenlinie zu stehen. Dafür hat er bereits einige Trainerkurse absolviert und trainiert derzeit die jüngsten Talente des FC Will, die E11 und FE12. Doch voll auf diese Trainer-Karte setzt er nicht. Nebenberuflich hat er ein 30-Prozent-Pensum in einer Personalvermittlungsagentur inne. Damit möchte «Munti» in der Privatwirtschaft Fuss fassen. Doch das Trainersein fasziniert den engagierten Fussballer. «Könnte ich mir einen Verein aussuchen, den ich trainieren darf, so wäre es Newcastle United. Von diesem Klub bin ich schon immer Fan», sagt Muntwiler.