Die FCO-Mentaltrainerin Manuela Meier hat am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, mentale Stärke aufzubauen. „Hätte ich mich mental nicht fit gehalten, wäre ich heute womöglich in der Psychiatrie“, sagt sie in Bezug auf ihre gesundheitliche Leidensgeschichte. Immer wieder hatte die ehemals ambitionierte Fussballerin mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Teils aufgrund Verletzungen oder durch körperliche Veranlagungen. Bereits 15 Operationen musste sie über sich ergehen lassen, fünfmal davon am Rücken. Zeitweise war das Laufen für sie nicht mehr möglich – sie sass im Rollstuhl. „Es war und ist eine Zeit von stets wiederkehrenden Rückschlägen, die ich verarbeiten musste. Das Mentaltraining hat mir geholfen, mich auf meine Ziele zu fokussieren und die Flinte nicht ins Korn zu werfen“, erklärt Manuela Meier.

„Coach the Coach“

Doch sie hilft sich nicht nur selbst, sie kümmert sich auch um die richtige Mentalität bei Future Champs Ostschweiz. Die diplomierte Sportmentaltrainerin ist seit einiger Zeit im Nachwuchs-Spitzenfussball engagiert. Bereits am Campus in Bürgeln arbeitete Manuela Meier mit Talenten. Heute verfolgt sie mit einem kleinen Arbeitspensum den Austausch mit den FCO-Trainern. „Die Idee ist nicht, dass ich den Trainern Wissen vermittle, welches sie in die Mannschaft tragen. Mit meinem Engagement verfolge ich das Ziel, den Nachwuchstrainern eine Unterstützung zu bieten oder sie zu begleiten, damit das Coaching und der Umgang mit den Spielern optimal wird“, beschreibt Manuela Meier ihre Tätigkeit.

Um es genauer zu erläutern, gibt sie ein Beispiel: „Es kann in Sitzungen darum gehen, dass jemand seine Emotionen besser steuern will, da die Person zu impulsiv und somit das Coaching nicht konstruktiv genug ist. Mit der Zusammenarbeit möchten wir die Trainerpersönlichkeit formen.“ Sie erklärt weiter: „Es ist wichtig, zuerst die Problemfelder zu eruieren und danach die Personen in einem geführten Prozess auf konkrete Lösungen heranzuführen. Die Lösungen beziehungsweise die Ziele sollen aber in jedem Fall vom Kunden selbst definiert werden. Denn nur, wenn er sie formuliert, sind es seine Ziele.“

Muster aufbrechen

Mentalcoaching kann auch bei den FCO-Talenten eingesetzt werden. Versagensängste, Erwartungsdruck, Nervosität oder Überforderung können Talente hindern, sich bei Ernstkämpfen zu entfalten. Die Leistungen im Training stimmen zwar, doch unter Wettbewerbsbedingungen kommt es zu einem Leistungseinbruch. „Bei solchen Problemen geht es darum, Emotionen und Muster zu erkennen und diese verändern zu können. Mit dem Mentalcoaching versuchen wir, den Spielern sinnbildliche einen Rucksack mit Methoden zu füllen, mit welchen sie ihre Blockaden lösen können und ihre Ziele erreichen“, sagt Manuela Meier.

„Die Talente müssen an sich, das eigene Können und die eigenen Ziele glauben, um zu erreichen, was sie sich vorgenommen haben“, erklärt Meier den Sachverhalt. Nur diejenigen, welche ihr Ziel konsequent verfolgen, sich auf dem langen Weg nicht irritieren lassen und aus Eigenmotivation agieren, werden ihr Ziel erreichen. Das kann auch auf die Allgemeinheit überwälzt werden. Es geht darum, den inneren Schweinehund zu überwinden. Denn nur die Dinge, welche man wirklich will, wird man erreichen. Wenn man nichts dafür tut, wird auch nichts passieren.“