«Es macht Spass, nach zwei Monaten endlich wieder Bälle in der Hand halten zu können», sagt Yuri-Gino Klein, 19-jähriger Goalie des FC Wil. Für den ehemaligen FCO-Junior kam die Corona-Unterbrechung doppelt ungünstig, stand er doch unmittelbar vor dem Lockdown im März nach einer auskurierten Knieverletzung gerade wieder genesen auf dem Platz. Die Pandemie zwang ihn, wie alle anderen Spitzensportler, zur nächsten längeren Pause.

Aus diesem Grund kann es der Schweizer U19-Nationaltorhüter kaum erwarten, wenn es endlich wieder losgeht. Wobei es für ihn schon wieder losgegangen ist. Seit dem Zeitpunkt, als sportliche Aktivitäten in Gruppen bis zu fünf Personen wieder erlaubt wurden, steht Klein mit Gianluca Tolino, der ebenfalls Goalie des FC Wil und ehemaliger FCO-Junior ist, kurz vor dem Lockdown aber an den SC Brühl ausgeliehen wurde, wieder auf dem Trainingsplatz. Dies auf privater Basis und nicht im eigentlichen Trainingsbetrieb des FC Wil. Und zwar beim FC Eschlikon. Doch warum ausgerechnet beim Hinterthurgauer Klub, dessen besten Mannschaft in der 4. Liga spielt? Kleins Vater, Wolfang, ist Torhütertrainer beim FC Eschlikon und fädelte den Deal ein. Vom FCE gab es auch darum grünes Licht, weil die eigenen Fussballer derzeit nicht trainieren, da die Meisterschaften im Amateurbereich wegen dem Coronavirus allesamt abgebrochen worden sind. «Es brauchte auch noch die Einwilligung der Gemeinde, die wir nach zwei Tagen bekommen haben», erzählt Yuri-Gino Klein.

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Yuri-Gino Klein auf dem Sportplatz Herdern in Eschlikon. (Bild: pd)


Mit desinfizierten Bällen

So sind Klein-Junior und Tolino seit zwei Wochen je zweimal pro Woche auf dem Sportplatz Herdern anzutreffen. FC-Wil-Goalietrainer Stephan Lehmann gab einige Tipps, wie diese individuellen Einheiten stattfinden können. Zudem wurde der individuelle Trainingsplan, welcher alle FC-Wil-Spieler von Konditionstrainer Pascal Kaiser bekommen haben, für die beiden angepasst.

Und die Corona-Massnahmen? «Wir achten darauf, dass wir nicht abklatschen, oder höchstens mit Handschuhen. Zudem verzichten wir auf Übungen, bei denen es eng wird. Das Material bringen wir selbst mit und reinigen es auch. Alles in allem ist es bei uns Goalies aber weniger ein Problem als bei Feldspielern, alle Vorschriften einzuhalten», sagt Yuri-Gino Klein. Er hofft, dass die Meisterschaft in der Challenge League fortgesetzt wird. Kein Wunder: Seit seiner Verletzung – er brach sich im September vor einem U19-Länderspiel in Slowenien die Kniescheibe und erlitt im Verlauf der Genesung einen Rückschlag – stand er nie mehr richtig auf dem Platz.

Der offizielle Trainingsbetrieb beginnt für alle FC-Wil-Profis am Pfingstmontag, 1. Juni – vorausgesetzt, Bundesrat und Klubpräsidenten der Swiss Football League geben diese Woche grünes Licht für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs am 19. Juni.