Noch zwei Runden – natürlich innerhalb von drei Tagen – sind zu spielen für den FC Wil in dieser speziellen und speziell langen Saison. Zuerst geht es am Donnerstag zuhause gegen den Tabellenletzten Chiasso, dann am Sonntag auswärts gegen den Tabellenersten Lausanne-Sport. Voraussichtlich dürften beide Partien Kehraus-Charakter haben. Chiasso ist zwar abgeschlagen Letzter, kann aber aufgrund des Saisonabbruchs in der Promotion League nicht absteigen. Lausanne-Sport dürfte den Aufstieg in die Super League mit grosser Wahrscheinlichkeit am Donnerstag im Derby gegen Stade Lausanne-Ouchy sicherstellen und dann am Sonntag gegen Wil den Aufstieg feiern.

Nimmt man die «Nach-Corona-Tabelle» zur Hand, so ist der FC Wil in beiden Partien Favorit. 20 Punkte haben die Äbtestädter in 11 Partien geholt. Zum Vergleich: Die Lausanner stehen bei 15 Zählern, Chiasso bei deren 2. Die Wiler dürften die Saison schlechtesten Falls im sechsten Rang abschliessen, maximal auf Position vier. Dieser vierte Rang, aktuell vom SC Kriens gehalten, ist mit dem Sieg gegen die Grasshoppers wieder in Sichtweite gerückt und liegt nur noch drei Punkte entfernt.

Chiasso mit inferiorer Auswärtsbilanz

Und trotzdem wird es kompliziert, erster Verfolger des Spitzentrios Lausanne, Vaduz und GC zu werden – aber es ist keineswegs unmöglich. Schwierig wird es, weil sich Winterthur und Kriens, welche der FC Wil beide noch überholten möchte, am Donnerstagabend im Direktduell begegnen. Mindestens ein Team wird also punkten. In der Schlussrunde spielen dann just diese beiden Teams wohl das Zünglein an der Wage im Barrage-Rennen. Winterthur reisst in den Letzigrund zu den Grasshoppers, Kriens empfängt den FC Vaduz. Betreffend Torverhältnis sieht es zwischen Kriens und Wil übrigens nahezu identisch aus. Kriens hat 56:54, Wil 56:55. Falls die Situation eintreten sollte, dass Wil und Kriens Ende Saison gleich viele Punkte und das exakt gleiche Torverhältnis haben, hätte der FC Wil die Nase vorne – wegen den Direktbegegnungen. Zwar haben beide Teams je ihre zwei Heimspiele gewonnen – bei einem Gesamt-Torverhältnis von 5:4 für die Wiler.

Für die Äbtestädter geht es gegen den FC Chiasso darum, die starke Leistung aus dem GC-Spiel zu bestätigen. Natürlich besteht nach diesem spektakulären Auftritt die Gefahr eines Kollers. Gegen die Zürcher durfte der FC Wil gewinnen, gegen Chiasso wird ein Erfolg erwartet. Zumal die Chiassesi mit folgender Referenz anreisen: Auswärts gab es in der ganzen Saison bisher erst sechs Punkte. Die Hälfte davon wurde eingefahren bei einem 4:1-Erfolg im November in … Wil.

Welche Spieler werden verabschiedet?

Interessant wird auch sein, welche Spieler vom FC Wil vor Spielbeginn offiziell verabschiedet werden. Das gibt Aufschlüsse betreffend Kaderplanung für die kommende Saison, welche im Hintergrund schon weit gediehen ist.

Dass Gianluca Tolino, der aus dem Nachwuchs vom FCO stammt, den FC Wil in Richtung FC Winterthur verlassen wird ist beschlossene Sache. Über die Online-Kanäle des Vereins würde der Torwart beim FCW bereits vorgestellt. Dazu wird auch die Noch Nummer-Eins Zivko Kostadinovic die Äbtestädter verlassen. Auch ein offenes Geheimnis, das mit der gestrigen Transfermeldung von Philipp Köhn besiegelt wurde. Ob die heutige Nummer-Zwei Yuri-Gino Klein, ebenfalls aus dem FCO-Nachwuchs stammend, sich weiterhin mit der Rolle des Ersatzkeepers abfinden will, bleibt offen. Gut Möglich aber, dass der ehemalige Nachwuchsinternationale auch Spielpraxis sammeln will.

Das letzte Mal im wird auch Julian von Moos mit aller Voraussicht nach im Bergholz für den FC Wil 1900 auflaufen. Die Leihgabe vom FCB hat mit tollen Leistungen Begehrlichkeiten in der Super League geweckt und wird wohl kaum weiter zu halten sein.

Nicht zu erwarten ist jedoch ein Abgang der weiteren FCO-Eigengewächse. Muntwiler, Ismaili, Traber, Izmirlioglu, Mayer und Schäppi werden voraussichtlich auch nächste Saison das schwarz-weisse FC Wil Trikot tragen.