Der momentan oft gelobte, jugendliche Power-Fussball kommt aus der Ostschweiz. Genauer vom FC St. Gallen und vom FC Wil. Der gemeinsame Nenner: Die Vereine spannen in der Nachwuchsförderung zusammen. «Unser Ziel ist es, möglichst viele Eigengewächse in der ersten Mannschaft zu haben», sagt Ivo Sulzberger, Leiter Administration FCO. Die zwei Clubs haben sich entschlossen, ein breitflächiges System aufzubauen, in welchem die grössten Talente der Ostschweiz gefördert werden.

Das Einzugsgebiet der beiden Vereine, insbesondere jenes des FC St. Gallen, ist gross. Es erstreckt sich über die Kantone Graubünden, Glarus, die beiden Appenzell, Thurgau, St. Gallen und das Fürstentum Liechtenstein. Hauptaufgabe ist es, aus dieser grossen Region die talentiertesten Fussballer und Fussballerinnen zu filtern, sie zu fordern und fördern. So dass jede und jeder die Möglichkeit hat, sich den Traum einer Fussballkarriere erfüllen zu können, indem alle die fussballerisch bestmögliche Ausbildung geniessen.

Stützpunkte: die flächendeckende Lösung

Zusammen mit dem Ostschweizer Fussballverband (OFV) und den kantonalen Fussballverbänden wurde eine eigene Lösung erarbeitet. Neun Stützpunkte, verteilt auf die ganze Ostschweiz, wurden gegründet. Die Stützpunkte führen Teams in verschiedenen Altersklassen mit den talentiertesten Spielern ihrer Region. Das Ziel ist, dass die begabtesten Spielerinnen und Spieler den Schritt an die Stützpunkte St. Gallen oder Wil schaffen.

Derzeit zählt der FCO rund 800 Fussballer an den neun Stützpunkten. «Dass das Nachwuchsförderkonzept funktioniert, zeigen die momentanen Erfolge der beiden tragenden Vereine. Mit vielen Eigengewächsen spielen sowohl der FC St. Gallen in der Super League wie auch der FC Wil in der Challenge League», sagt Sulzberger.

 
Ivo Sulzberger über Future Champs Ostschweiz

Der gesamte Ostschweizer Fussball profitiert

«Wir bilden nicht nur Fussballer oder Fussballerinne für den Spitzensport aus, wir verbessern die fussballerische Leistung auch im Breitensport. Denn 99 Prozent der Nachwuchsspieler werden nie Profi. Die meisten Talente schliessen sich irgendwann wieder ihren alten Stammvereinen an, irgendwo in der Ostschweiz. Die einen etwas früher und die anderen etwas später», erklärt Sulzberger den Effekt auf die Ostschweiz.

Durch die Rückkehr zum Stammverein steigt das Leistungsvermögen dieser Teams, weil die zurückgekommenen Fussballtalente viel Können und Wissen in die Teams transportieren. Dieser Effekt ist die Basis für das Funktionieren des Systems. Denn die Stammvereine der Talente geben ihre begabten Spieler nur ab, wenn sie wissen, dass eines Tages die meisten Akteure gut ausgebildet zurückkommen.