Fussball ist ein Mannschaftssport. Einer für alle, alle für einen. Doch gerade im Fussball, wo man als Mannschaft Erfolg haben sollte, wo Teamgeist grossgeschrieben wird, gibt es auch andere Fälle. Mobbing macht vor dem Fussball nicht Halt. So auch am Stützpunkt Rheintal-Bodensee von Future Champs Ostschweiz.

Der Fall trug sich im vergangenen Jahr zu: Es gab Mobbing-Attacken auf ein vielversprechendes Talent. Die verbalen Anfeindungen, ausgehend von einer Person, entwickelten sich zu einer kollektiven Abneigung. Die Ablehnung im Team drang schliesslich bis ins Schulzimmer vor. Aus verbaler Gewalt wurde auf dem Pausenplatz schliesslich körperliche – durch Drittpersonen. Ein bei Mobbing nicht seltenes Phänomen. Denn gerade in Mannschaften oder Schulklassen hören mehrere Ohren mit. Dabei nehmen nicht alle aktiv am Mobbing teil – aber passiv. Denn wer von den Geschehnissen weiss, aber nichts dagegen unternimmt, egal ob aus Furcht oder Gleichgültigkeit, ist auf eine Art Mittäter.

Das Umfeld entfacht das Feuer

Wo der Ursprung in solchen Angelegenheiten liegt, ist meist schwer zu beurteilen. Oftmals sind aber Neid, Missgunst oder körperliche sowie gesellschaftliche Überlegenheit Auslöser für solche Aktionen. Die geschürten negativen Empfindungen trägt der Täter zum Opfer. Das könnte auch beim Fall im Stützpunkt Rheintal-Bodensee der Fall gewesen sein. Doch wie wurde man darauf aufmerksam?

Rückblende: Das Opfer der Mobbing-Attacken war ein aufgeschlossener junger Mann, stark im Fussball und in der Schule. Doch seine Leistungen liessen plötzlich nach, Anspannung und Unsicherheit wurden deutlich sichtbar. Das fiel den Verantwortlichen des Stützpunkts auf. Sie sahen genauer hin und erkannten, was hinter ihrem Rücken geschah. Das Mobbing-Opfer hatte Angst, es könnte schlimmer werden, wenn jemand aktiv eingreift. Trotzdem, oder gerade deswegen, wurden Experten herbeigezogen und Sofortmassnahmen ergriffen.

Konfrontation reicht nicht, man muss handeln

Der psychische Druck von aussen kann Menschen schwer schädigen – egal in welchem Alter. Bei Mobbing passiert es, dass sich Leute komplett verschliessen und sich nicht mehr zur Wehr setzen. Sie geben auf. So geschehen beim Team Rheintal-Bodensee. Das Opfer wurde aus der Schusslinie genommen, schulisch und fussballerisch. Ein Wechsel an eine andere Schule war die Folge, um den Quälereien zu entkommen. Auf eigenen Wunsch wurde der Spieler zeitweise aus dem Team genommen. Mit Hilfe von Experten ist man nun dran, seine psychischen Wunden zu behandeln. Wäre nicht schnell gehandelt worden, hätte sich das Opfer womöglich komplett aufgegeben.

Und der Täter? Er wurde aus dem Team suspendiert und mit der Familie der Sachverhalt besprochen. Eine zweite Chance? Nur wenn Einsicht und die Bereitschaft zur Aufarbeitung mit Experten besteht. Man ist auf gutem Weg. Bei ihm muss das Bewusstsein erarbeitet werden, was mit solchen Taten angerichtet werden kann.