Die Hoffnungen auf einen Finalen Show-Down in Bern sind vorbei. YB gewinnt in Sitten und ist somit Schweizer Meister. Dennoch gibt es in der Ostschweiz keinen Grund Trübsal zu blasen. Die jungen Espen haben Vereinsrekord geschrieben. Noch nie hat der FC St.Gallen 1879 eine so erfolgreiche Saison gespielt, seit der Gründung der Super League, wie sie heute besteht.

Mit ein Grund für dieses sensationelle Leistung ist, dass im Nachwuchs grandios gearbeitet wird. Kein Super-Leaguist hat diese Saison mehr Eigengewächse auf dem Feld stehen gehabt als der FCSG. Derzeit hat das Fanionteam der St. Galler 12 Spieler aus dem Eigenen Nachwuchs im Kader (Silvan Hefti, Leonidas Stergiou, Betim Fazliji, Boris Babic, Alessandro Kräuchi, Tim Staubli, Angelo Campos, Fabio Solimando, Moreno Costanzo, Nico Strübi, Armin Abaz und Nicolas Lüchinger). Davon kamen sechs Spieler mehrfach oder regelmässig zum Einsatz.

«crazy summer» ist noch nicht vorbei

Dass wohl beinahe alle Talente dem Verein erhalten bleiben, ist ein Versprechen für die sportliche Zukunft. Denn der «crazy summer», wie ihn Peter Zeidler gerne bezeichnet, ist auch nach dieser Saison noch nicht vorbei. Die neue Meisterschaft startet nämlich auch bald schon wieder. Im Spätsommer, anfangs September, greifen die Espen wieder ins Geschehen ein und dann auch ins internationale Geschäft. Dem nach rufen nun die europäischen Geldtöpfe der UEFA und für den Wert des Spieleretats kann es auch von enormem Vorteil sein. Der FCSG wird für Fussballer aus der ganzen Welt immer interessanter als Arbeitgeber.

Das europäische Abenteuer wird wohl mindestens ein ehemaliger FCSG-Nachwuchsspieler nicht mitmachen dürfen. Laut bestehenden Gerüchten soll der Vertrag von Moreno Costanzo definitiv nicht verlängert werden. Bei allen anderen sieht es derzeit nach einem Verbleib in der Ostschweiz aus. Wichtig wäre eine langfristige Vertragsverlängerung mit Silvan Hefti, ansonsten wäre der Captain bald ablösefrei zu haben.