Raphael Schuler und Sebastian Boxleitner sind die FCO-Trainer, welche sich abseits des Rasens um das Training der Talente kümmern. Im Athletikzentrum vom Stützpunkt St. Gallen trainieren die Nachwuchs-Leistungs-Spieler ihre Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit. Das primäre Ziel der Athletik-Trainer ist, das Verletzungsrisiko der Spieler zu minimieren. Erst in einer zweiten Phase soll das Leistungsvermögen der jungen Athleten gesteigert werden. «Das schlimmste für einen Athlet ist es, wenn er nicht trainieren kann», beschreibt Raphael Schuler die Priorisierung der Zielsetzung.

Beginnend ab der ersten Nachwuchsstufe E11, begeben sich die Talente regelmässig zum Krafttraining ins FCO-Athletikzentrum im Gründenmoos, der Trainingsstätte des St. Galler Stützpunkts. Mit steigendem Alter steigt die Intensivität der einzelnen Einheiten. Individualisiert werden die Talente Schritt für Schritt ans Ziel geführt.

Das Resultat ist nicht immer der wichtigste Faktor

«Der Profifussball ist ein Tagesgeschäft. Es zählt nur der Sieg im Pflichtspiel. Im Nachwuchs wollen wir selbstverständlich auch gewinnen. Jedoch verfolgen wir längerfristige Ziele wie die Leistungssteigerung», sagt Raphael Schuler. Er spricht dabei die Zielsetzung des Athletiktrainings an. Die Spieler sollen an die athletischen Voraussetzungen herangeführt werden, welche sie im Profisport benötigen. «Im Nachwuchssport müssen wir zwischenzeitlich sportliche Einbussen in Kauf nehmen. Beispielsweise, dass die Spieler und Spielerinnen am einem Match-Tag müde und nicht auf ihrem vollen Leistungslevel sind. Dafür erreichen wir langfristig, dass sie körperlich dem Profisport gewachsen sind», führt der Athletik-Trainer weiter aus.

Muskelkraft allein ist für die Zielerreichung nicht ausschlaggebend. Die so genannte «Explosivkraft» ist das Zauberwort. «Es geht darum, dass die Talente in kurzer Zeit möglichst viel Kraft entwickeln können. Es bringt einem Spielsportler wenig, wenn er viel Muskelkraft hat, jedoch für deren Entfaltung lange braucht» erklärt der studierte Sportwissenschaftler.

Um über die Weihnachtsferien die körperlichen Fortschritte nicht zu schmälern, müssen die Talente – ähnlich wie die Profis – ein Trainingsprogramm von Zuhause aus durchführen. Minimum jeden zweiten Tag gilt es eine Trainingseinheit zu absolvieren. Beim Trainingsstart im neuen Jahr wird der Fitnessstand dann kontrolliert – von den Athletiktrainern.

 
FCO-Athletiktrainer Raphael Schuler moderiert drei Kraftübungen 

Mark Streit und Roman Josi trainiert

Raphael Schuler durfte in seiner Laufbahn nebst dem Nachwuchssport bereits viele Erfahrungen mit Athletiktraining im Profibereich sammeln. Unter anderem trainierte er NHL-Stars wie Mark Streit und Roman Josi oder auch die Beachvolleyball Nationalmannschaft. Der Unterschied zwischen Trainings mit Profisportlern und Talenten sei die Fokussierung auf die anstehenden Übungen. «Profis wie Mark Streit schaffen den Wechsel besser, zwischen dem lockeren Verschnaufen und der Neufokussierung auf die kommende Übung im Krafttraining. Profis schalten im Kopf schneller von Schabernack auf Ernst um», erklärt Schuler. Er führt weiter aus, dass es legitim ist, zwischen den Übungen zusammen Scherze zu reissen. Das Training soll auch Spass machen. Doch sobald eine neue Übung angegangen wird, muss der Fokus wieder beim Training sein.