Langweilig war mir ständig, sodass der Ball meine einzige Beschäftigung war. Das runde Leder gehörte überall hin, selbst ins Bett. Mit sechs Jahren ging ich zum ersten Mal in ein richtiges Training. Da war ich der jüngste und somit der kleinste Spieler auf dem Feld. Jonglieren, Torschüsse und natürlich das Zusammenspielen liebte ich schon damals. Ich war immer unter älteren Kindern und musste mir manche Sprüche anhören, wie "de chli Cele". Das war mir egal, im Gegenteil, es spornte mich nur noch mehr an.

Ich kann mich erinnern, dass meine Begabung damals einem Zuschauer aufgefallen war und er mit einem Zwinkern im Auge meinte: "Du häsch an extrems Spielverständnis und wirsch sicher amol bim FC San Gallä spiele". In diesem Moment wusste ich nicht, wer dieser Mann war. Es stellte sich heraus, dass es kein geringerer war als Werner Zünd, Assistenztrainer der Meistermannschaft von 2000.

Mit 9 Jahren durfte ich mich der U11, SFKFV-FCO Stützpunkt Tübach anschliessen. Im gleichen Jahr konnten wir am Indoor-Hallenmaster in der St. Jakobshalle in Basel den ersten Rang erzielen und den Siegerpokal zum Lied von Queen "We are the champions" in die Höhe stemmen. Genau dieses Glücksgefühl hat in mir das Bedürfnis geweckt, noch mehr solcher Emotionen erleben zu dürfen. Nach zwei lehrreichen Jahren im Team Rheintal Bodensee folgte der grosse Schritt in die FE13 zum FCSG. Zugleich durfte ich dem Talent-Campus vom FCSG beitreten. Ein Traum wurde wahr.

Meine zweite Familie - der Talent-Campus

Die ersten paar Monaten waren streng und sehr anspruchsvoll. Alles war neu für mich! Nur schon die Anreise mit dem Zug und dem Bus zum kybunpark waren zu Beginn eine enorme Umstellung. Auch der St. Gallische Dialekt hat mir am Anfang als Rheintaler Mühe bereitet.

Zudem stieg die Intensität und die Anzahl der Trainings. Schnell musste ich lernen mich durchzubeissen.

Sowohl der Campus, respektive die Lehrkräfte, als auch meine Trainer haben mir dabei sehr geholfen, eine neue Struktur in mein Leben zu bringen. Gegenseitiger Respekt und Toleranz werden im Campus grossgeschrieben, genau dies macht eine Familie aus.

 
Fussball ist Kopfsache!

Verletzungen, Siege und Niederlagen waren für meine Entwicklung wichtig

Ich musste schon mehrere Verletzungen in Kauf nehmen, die mich zurückgeworfen haben. Sich jedes Mal wieder zurück zu kämpfen war steinig und mühsam. Die Einstellung im Kopf muss stimmen. Ich habe gelernt, dass die persönliche Einstellung ein wichtiges Element, wenn nicht das Wichtigste ist, um das Selbstvertrauen wieder zu erlangen. Umso schöner das Gefühl, wenn es wieder zu einem Spieleinsatz kommt. Ein wichtiger Prozess war es auch, Niederlagen einzustecken und mental abzuhaken. Auch nicht in der Anfangsformation zu stehen, war anfangs nicht leicht zu verdauen. Die offene Kommunikation mit den Trainern ist einer der Schlüsselfaktoren, um sich stetig weiterzuentwickeln, um die Schwächen zu schwächen und die Stärken zu stärken.

Ich möchte Fussballprofi werden! Für dieses Ziel lasse ich Vieles hinter mir. Meine Familie und meine Freunde, welche ich seltener sehe. Wie auch die Zeit, die mir bleibt, um anderen Freizeitbeschäftigungen nachzugehen.

All die gewonnenen Erfahrungen, die erfreulichen aber auch die schmerzhaften Momente, nehme ich auf meine weitere Reise mit und freue mich auf die bevorstehende Saison mit der U15.

By Luca Celentano