Heute kommt aus, ob es am Montag zu einer Finalissima in Bern kommt. Wenn die Espen Zuhause im kybunpark gewinnen und YB beim abstiegsgefährdeten FC Sion verlieren sollte, so würden sich die beiden Teams am kommenden Montag um den Meistertitel duellieren.

Dennoch steht zuerst eine schwierige Aufgabe gegen Xamax an. Die Neuenburger stehen letztem Dienstag definitiv als Absteiger fest. Ob die Neuenburger mit der gleichen kämpferischen Leistung und dem gleichen Willen, den sie vor dem Abstieg zeigten, ans Werk gehen, bleibt abzuwarten. Dennoch haben die Espen wohl alle Trümpfe in dieser Partie in der Hand und sind klarer Favorit.

Form Xamax FCS

Mit dem 2:0-Sieg des FC Sion im Nachtragspiel in Zürich am Dienstagabend ist der Abstieg von Xamax besiegelt. Die Hoffnung auf den 9. Platz hing schon vorher nur noch an einem dünnen Faden. Über das Penaltyschiessen in der Barrage hatten sich die Neuenburger letztes Jahr in eine zweite Saison in der Super League gerettet, nachdem sie im Aarauer Brügglifeld das 0:4 aus dem Hinspiel noch ausglichen.

Erst vor drei Wochen entschloss sich Xamax, Trainer Joël Magnin durch seinen Vorgänger Stéphane Henchoz zu ersetzen. Im Frühling letzten Jahres beschlossen die Verantwortlichen der "Rouge et Noir", vermehrt auf Junge zu setzen. Das wurde dem langjährigen U21-Trainer der Young Boys eher zugetraut als Henchoz. Sie wussten bei Xamax, dass sich aus dem eigenen Nachwuchs noch kaum ein Spieler aufdrängt. Es wurden demnach Spieler ausgeliehen, auch aus der Promotion League, ein Stamm von Routiniers bildete das Gerüst.

Magnin stellte eine Mannschaft auf die Beine, welche in dieser Saison oft ansprechend und leidenschaftlich aufgetreten ist. So auch Anfang Monat, als unser Team in der letzten halben Stunde stark unter Druck gesetzt wurde. Letztlich waren die Neuenburger jedoch zu sehr vom unverwüstlichen Raphaël Nuzzolo abhängig, der bisher 13 der lediglich 33 Saisontore erzielte.

Form FCSG gegen Xamax

Bei der letzten Begegnung gewannen die Espen im Stade de la Maladière 2:1. Zwei Minuten nach Nuzzolos Führungstreffer, profitierte Leonidas Stergiou nach einem Corner von einem missglückten Befreiungsversuchen der Gastgeber und sorgte für den Ausgleich. Den Siegtreffer besorgte Cedric Itten nach einer Hereingabe von Jérémy Guillemenot in der 60. Minute per Kopfball.

Das letzte Heimspiel gegen Xamax lockte am 24. November 2019 14'492 Zuschauer in den kybunpark - soviele wie noch nie gegen die Neuenburger. Das Publikum trieb die Mannschaft zu einem 4:1-Sieg, Torschützen waren Yannis Letard (28.), Itten (39.), Boris Babic (57.) und Ermedin Demirovic (72.). Dazwischen war es Neitzke, der in der 52. Minute auf Vorlage von Nuzzolo zum zwischenzeitlichen Anschlusstreffer traf.

Am 4. August spielten die beiden Teams auf der Maladière 1:1. Victor Ruiz schoss uns in der 33. Minute mi einem Volley aus 18 Metern in Führung, Nuzzolo besorgte kurz nach der Pause den Ausgleich. Es war für die Neuenburger der einzige Punktgewinn gegen den FC St.Gallen seit deren Super-League-Rückkehr im Sommer 2018.

FCO weiter Einsatz oder kommt es zu Verabschiedungen

Das letzte Heimspiel einer Saison ist immer auch der Zeitpunkt von Verabschiedungen. Beim FCSG in diesem speziellen Jahr jedoch nicht. Sie werden die ausscheidenden Spieler am Dienstag nach dem letzten Match verabschieden. Noch ist nicht bekannt wer zu diesen Spielern gehört, dennoch könnte es sein, dass zwei Eigengewächs dazu gehörern. Zum einen wäre das Moreno Costanzo. Der 32-Jährige Mittelfeldspieler stand im Jahr 2020 noch nie im Aufgebot der Espen. Natürlich bekleidet der erfahrene Offensivakteur die wichtige Rolle des Vorbilds und der Identifikationsfigur im Verein. Dennoch passt Costanzo nicht ins Spielsystem von Zeidler, welches stark auf Schnelligkeit ausgelegt ist. 

Dazu halten sich die Gerüchte, dass Silvan Hefti diesen Sommer den Sprung in eine Top-Liga von Europa wagen möchte. Ist heute das vorerst letzte Heimspiel von Captain-Hefti für Grün-Weiss?

Wer weiss - in Stein gemeisselt ist noch gar nichts, ausser dem Wechsel von Ermedin Demirovic zum SC Freiburg. Denn seitens des Vereins wurde noch keine weiteren Infos in diese Richtung kommuniziert. Es ist also nicht klar, ob überhaupt weitere Spieler verabschiedet werden und falls doch, wer diese Spieler sind.

Etwas klarer jedoch scheint die Situation rund um die restlichen Eigengewächse zu sein. Stergiou, Fazliji, Babic, Kräuchi, Staubli, Campos, Abaz, Lüchinger, Strübi und Solimando, sie alle haben laufende Verträge oder diese erst kürzlich verlängert. Bei allen scheint dies ein Zeichen auf Verbleib im Verein zu sein.