Während das internationale Transferfenster bereits am 31. Januar schloss, waren nationale Wechsel von Spielern noch möglich – bis letzten Freitag 28. Februar. Einer, der diese Wechselperiode noch zu nutzen vermochte, ist Gianluca Tolino. Es war ein Last-Minute-Transfer vom FC Wil 1900 zum St. Galler Stadtklub SC Brühl. Auf Leihbasis bis im Sommer wird er für die Kronen auflaufen. «Ich weiss nicht ob jeder Transfer so unkompliziert über die Bühne geht, doch bei mir hat es innerhalb von gut 24 Stunden stattgefunden – vom ersten Gespräch bis zur Vertragsunterzeichnung», sagt der 20-Jährige. Für den ehemaligen FCO-Goali, der aus Herisau stammt, war es wichtig, endlich zu Spielpraxis zu kommen. Das konnte ihm der FC Wil derzeit nicht geben. Mit Anthony Mossi, Zivko Kostadinovic und Yuri-Gino Klein stehen bei den Äbtestädtern drei weitere Torhüter im Kader, welche um die Nummer Eins kämpfen. «Mein Motto ist es jetzt, einen Schritt zurück, um im Sommer dafür zwei nach vorne zu machen», meint der junge Torwart. Damit kommt er auf den Ligaunterschied zu sprechen. Für die nächsten drei Monate verlässt er die Challenge League und wird in der dritthöchsten Schweizer Fussballliga auflaufen - der Promotion League. Im Sommer will er dann wieder in Wil, mit neu gesammelten Erfahrungen, die Torhüterposition angreifen.

Das nächste FCO-Duell um den Stammplatz

Dennoch wird der Torhüter noch immer im Training vom FC Wil zu sehen sein. Teilweise zumindest. Neben den vier Abendtrainings bei seinem neuen Verein, wird Tolino zwei Mal pro Woche mit dem FC Wil das Torwarttraining bestreiten. Dazu wird sich für den 20-Jährigen noch ein weiterer Umstand nicht verändern. Auch bei den Kronen kommt es zum FCO-Duell auf der Torwartposition.

Bereits beim FC Wil 1900 hatte Tolino durch Yuri-Gino Klein direkte FCO-Konkurrenz. Beide Goalis entstammen dem Nachwuchs vom FCSG. So geht es jetzt auch beim neuen Verein weiter. Nun kommt es zum teaminternen FCO-Duell mit Arianit Lazraji, Auch Lazraj wurde bei den FCSG-Junioren zum Torwart ausgebildet. «Es ist nie sicher, ob man bei einem neuen Verein direkt einen Stammplatz erhält. Klar ist für mich, dass ich zum SC Brühl gekommen bin, um Spielpraxis zu erhalten», gibt sich Tolino kämpferisch.

Torhüter sind selten gute Freunde

Der Herisauer weiss, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. «Es ist bekannt, dass Goalis im selben Team selten beste Freunde sind oder werden. Dennoch ist es gut, wenn beide auf einem hohen Leistungslevel sind, um sich gegenseitig zu pushen und so besser zu machen. Aber eine dicke Freundschaft wird durch die grosse Konkurrenz nicht entstehen», sagt Tolino. Und da spricht der Torhüter aus Erfahrung. Bereits bei den F-Junioren, der untersten Juniorenstufe, wechselte er vom Feldspieler ins Tor und bereut keine Sekunde. Somit hat er schon so einige Konkurrenzkämpfe erlebt. «Bereits im Nachwuchs nahm die Konkurrenz immer mehr zu, umso älter man wurde. Wenn ich mal nicht gespielt habe, war das hart. Jedoch waren solche Rückschläge für mich auch ein Antrieb, um mich immer weiter zu verbessern», erklärt Tolino.

 
Gianluca Tolino über seinen Wechsel zum SC Brühl.