Die UEFA teilt in ihrer Medienmitteilung zur EM-Verschiebung mit, dass durch diese Massnahme alle nationalen Meisterschaften, die derzeit aufgrund des Coronavirus ausgesetzt sind, beendet werden können. Dies tönt sehr bestimmt und optimistisch, doch so klar scheint die Sache doch nicht. Alle Meisterschaften, so auch die vom FCO, müssten bis spätestens Ende Juni beendet sein. Dies hat verschiedene Gründe, die vor allem aus dem Profisport stammen. Denn Ende Juni laufen viele Verträge von Spielern bei ihren Vereinen aus und am ersten Juli beginnt die Transferperiode. Somit käme es zu einer Wettbewerbsverzerrung, durch die abwandernden Spieler. Dazu könnte es ab dem Juli zu warm für Fussball werden. Sollten die Meisterschaften bis zu diesem Zeitpunkt nicht beendet werden können, würden sie abgebrochen werden. Heisst es.

Was bedeutet das für den FCO?

Sollte es die die Corona-Epidemie zulassen, dass in absehbarer Zeit wieder Fussball gespielt werden kann, so wird auch der FCO seine Meisterschaften wieder aufnehmen können. Dennoch ist davon auszugehen, dass der Spielplan sehr eng angesetzt werden müssen. Das heisst, dass die Meisterschaftsspiele nicht nur am Wochenende stattfinden können, sondern auch unter der Woche. Dies ist im Profibereich weniger schlimm als im Juniorenbereich. Denn die Junioren haben noch andere Verpflichtungen ausser Fussball – Schule und Ausbildung. Das zu kombinieren könnte auch eine Herkules-Aufgabe für einige werden. Bedenkt man, dass teilweise Spiele auswärts in der Westschweiz ausgetragen werden müssten.

Was bedeutet das für die Super League und Challenge League?

Sollte es für die Schweizer Profi-Teams weitergehen, könnte ein grosser finanzieller Schaden abgewendet werden. Es käme Stand heute zu keinen Geisterspielen, doch zu englischen Wochen. Ob die Zuschauer jedoch wirklich ins Stadion kämen, trotz der Angst, doch noch angesteckt zu werden, weiss man nicht. Sicherlich kann nicht mehr den selbe Zuschauerschnitt wie vor der Corona-Krise erwartet werden. Also ein finanzieller Schaden wird mit Sicherheit auftreten. Dazu lässt die englische Zeitung «The Athletic» verlauten, dass die UEFA die Mehrkosten für die Verschiebung der EM auf die Klubs abwälzen will. Ob das stimmt, ist nicht sicher. Die englische Zeitung spricht von einer Summe vom 320 Millionen Franken, welche die Klubs tragen müssten, weil man zu deren Gunsten die Europameisterschaft verschoben hat. Bedenkt man, dass dadurch auch die zwei grossen UEFA-Klub-Turniere (Champions und Europa League) stattfinden soll, ist es unwahrscheinlich, dass diese Zahlung eingefordert wird.

Was bedeutet der Entscheid für die EM?

Neu soll die Fussball-Europameisterschaft ein Jahr später stattfinden. Verändern sollte sich weitestgehend nichts, ausser dem Datum. Gespielt wird voraussichtlich noch immer in den selben Länder und Stadien, denn die bereits verkauften Tickets behalten ihre Gültigkeit. Somit wird die Schweizer Nationalmannschaft in Rom und Baku ihre Gruppenspiele bestreiten. Auch die Gegner bleiben die gleichen – Italien, Wales und die Türkei. Somit verlängert sich lediglich die Vorfreude auf den Megaevent für die Spieler und Zuschauer.