Das hat es noch nie beim FC Wil in der Challenge League gegeben: Innerhalb von sechs Tagen tritt er gleich drei Mal zu einem Heimspiel an, beginnend am Freitagabend gegen Aarau. Schon am anderen Ende des Weekends gastieren dann am Montagabend die Grasshohppers zum Nachtragsspiel im Bergholz, ehe am kommenden Donnerstag der FC Chiasso seine Aufwartung macht. Es dürften völlig unterschiedliche Gefühlswelten gegenüberstehen. Der FC Aarau und der FC Chiasso spielen eine enttäuschende Saison und haben nichts mehr zu gewinnen, während die Grasshoppers seit dem Re-Start eine deutliche Aufwärtstendenz erkennen lassen und noch um die Barrage kämpfen.

Apropos Barrage: In eben dieser stand der FC Aarau vor etwas mehr als einem Jahr – und scheint sich noch nicht wirklich von jenem Schock erholt zu haben. Ein 4:0-Auswärtssieg auf der Maladière gegen Xamax genügte nicht zum Aufstieg in die Super League. Dass die Rüebliländer aktuell auf dem achten Platz der Challenge League herumdümpeln, ist einfach nur enttäuschend, wurde doch mit einer ansehnlich grossen Kelle angerührt und ein renommiertes Kader zusammengestellt.

Trainerwechsel bisher ohne Wirkung

In die Spur fanden die Aargauer im Verlauf dieser Saison nie wirklich. Mehr als zwei Siege hintereinander gab es noch nicht. Dafür wurden in 33 Spielen schon 73 Tore zugelassen, also deutlich mehr als zwei pro Partie im Durchschnitt. Das ist Liga-Höchstwert – und selbst bei Schlusslicht Chiasso waren sieben Gegentreffer weniger zu beklagen. Auf dem Brügglifeld zog man nach einer 1:4-Auswärtsniederlage in Kriens die Reissleine und trennte sich von Trainer Patrick Rahmen. Nachfolger wurde Stephan Keller, der Rahmens Assistent war, den Verein aber im Mai verlassen hatte, um Haupttrainer zu werden. Dass es ausgerechnet auf dem Brügglifeld klappen würde, hätte wohl selbst Keller bei seinem Abgang nicht gedacht. Der neue Besen kehrt bisher aber nicht wirklich besser: zwei Punkte aus vier Spielen. Auch gegen Stade Lausanne-Ouchy und Chiasso gab es zuletzt keine Heimsiege, dafür nach dem 2:2 gegen die Südtessiner ein gellendes Pfeifkonzert.

Alles klar also für den FC Wil? Muss nicht sein. Denn in der Vergangenheit spielten die Äbtestädter gleich mehrfach Aufbaugegner für die Aargauer. So zum Beispiel in der vergangenen Saison, als die Rüebliländer nach einem katastrophalen Saisonstart mit einem Heimsieg gegen Wil die Kurve kratzten und damit eine nicht enden wollende Aufholjagd starteten, welche in die Barrage führte. Auch in dieser Saison strauchelten die Wiler im Brügglifeld zweimal, nachdem der FC Aarau zuvor jeweils während mindestens drei Spielen ohne Sieg geblieben war. Auch nicht besser sieht der mehrjährige Direktvergleich aus. Seit Mitte 2012 trafen die beiden Teams 23 Mal aufeinander, der FC Wil siegte genau drei Mal. Der FC Aarau ist also ein Angstgegner, der den Äbtestädtern nicht liegt.

Profivertrag für Oliver Mayer

Noch vier Spiele bleiben für die Wiler bis zum Saisonende zu spielen – und dies innerhalb von neun Tagen. Bis jetzt haben die zahlreichen Englischen Wochen erstaunlich wenig Spuren hinterlassen und die Verletztenliste ist nicht wirklich lang – und auch nicht länger als in einer anderen Saison zu diesem späten Zeitpunkt. Allerdings folgt nun die Nagelprobe, da die Müdigkeit den Höchststand erreichen wird. Bis anhin war allerdings kaum ein Klagen von den Akteuren zu hören. Ihnen wird wohl zupass, dass es derzeit einigermassen gut läuft, womit zumindest der Kopf mitspielt.

Einer ist gar noch frisch: Oliver Mayer. Der 19-Jährige aus dem eigenen Nachwuchs kam am Dienstagabend beim 2:2 gegen Winterthur zu seiner Challenge-League-Premiere. Tags darauf vermeldete der Verein, dass der Flügelspieler einen Profivertrag bis Sommer 2021 mit Option auf Verlängerung unterschrieben hat. Im Vergleich zum Winterthur-Spiel ist Silvio nach verbüsster Sperre wieder einsatzfähig, dafür muss nun Fabian Rohner eine Gelb-Sperre absitzen.