Marco Zwyssig. Als Aktiver hat erreicht, wovon viele Profifussballer träumen. Fünf Mal durfte er den Gewinn einer Meisterschaft bejubeln. Er ist vierfacher Schweizermeister und einfacher österreichischer Champion. Zwyssig gehörte zum FCSG-Team, welches im Sommer 2000 den bis dato letzten Meisterkübel holte. Später stemmte er den Pokal für Tirol Innsbruck und dreimal mit dem FC Basel in die Höhe.

Doch der gebürtige Gossauer hängt an Grün-Weiss. «Würde es zur Situation kommen, dass St. Gallen gegen Basel in einem Spiel um die Meisterschaft kämpft, würde ich meine Daumen dem FCSG drücken. Dennoch habe ich auch Sympathien zum FC Basel», sagt Zwyssig.

«Noch einiges aufzuholen»

Heute steht der ehemalige Nati-Innenverteidiger an der Seitenlinie der NLA-Frauenmannschaft von St. Gallen-Staad, die Teil von Future Champs Ostschweiz ist. «Mich reizt nichts Spezielles am Frauenfussball. Es ist die grundsätzliche Faszination am Fussball. Das Ziel ist, vorwärts zu kommen, um besseren Fussball zu spielen», begründet der Trainer sein Engagement. Er ergänzt: «Im Ostschweizer Frauenfussball haben wir noch einiges aufzuholen. Das zeigt sich im Vergleich mit den meisten anderen Teams der Nationalliga A.»

Zwyssig vertritt dezidiert die Meinung, dass im Frauen- und Männerfussball die gleichen Erfolgsfaktoren entscheidend sind. Taktisch und technisch sei die Art von Fussball nicht voneinander zu unterscheiden, nur physisch gebe es Unterschiede. «Die körperlichen Differenzen zwischen den Geschlechtern ist ein Fakt. Doch das Training ist identisch. Ein guter Herrentrainer ist auch ein guter Frauentrainer und umgekehrt», sagt Zwyssig.

Transfers nur in eine Richtung

Das NLA-Team von Cheftrainer Marco Zwyssig ist jung. Knapp die Hälfte der Spielerinnen hat die Volljährigkeit noch nicht erreicht. Trotzdem spielen sie seit dem Sommer 2019 auf höchstem Schweizer Niveau. Auf die Frage, was die Ambitionen in dieser Saison sind, antwortet Zwyssig: «Die Liga halten und die Lücke zu den Frauen-Top-Teams etwas verkleinern. Die Leistungen der Spielerinnen zu verbessern ist mir wichtiger als ein Tabellenrang. Nur der Abstieg darf es nicht sein.» Und mit der Relegation dürfte das Team wohl nichts zu tun haben. Zwar liegt es nach knapp der Hälfte der Saison auf dem vorletzten Platz der NLA, allerdings bereits sieben Punkte vor Schlusslicht Lugano. Nur der Tabellenletzte steigt in die NLB ab.

 
NLA-Frauen-Trainer Marco Zwyssig über Frauenfussball und seine Verbindung zum FCSG

«Ich bin mir nicht sicher, ob alle meine Stamm-Spielerinnen bei unsere Ligakonkurrenten auch spielen würden. Dennoch setzen wir weiterhin auf unseren eigenen Nachwuchs. Niemand aus meinem Team ist Profi und keine verdient Geld mit ihrem Engagement», sagt Zwyssig. Die Teamzusammensetzung wird in Zukunft auch so bleiben. Es werden keine Spielerinnen von anderen Vereinen zum FC St. Gallen-Staad transferiert. Den umgekehrten Weg kann es jedoch durchaus geben.