Von einer solchen Debut-Saison träumen so ziemlich alle Nachwuchstalente. Betim Fazliji wurde letzten Sommer von FCSG-Sportchef Alain Sutter in die erste Mannschaft der Espen befördert. Erstmals dachten alle, wohl auch er selbst, dass der 21-Jährige nur zu wenigen Teileinsätzen in der Super League kommen würde. Falsch gedacht!

Betim Fazliji entpuppte sich nicht nur zur hervorragenden Teamstütze, er wurde gar zum Glücksbringer der Espen. Seit dem Saisonstart waren die St. Gallen nicht zu schlagen, sofern Betim Fazliji auf dem Feld stand. Von 21 Partien konnten die Espen mit dem Rheintaler auf dem Rasen 18 Spiele gewinnen und holten drei Unentschieden heraus.

Spiel 22 lässt die Bilanz enden

Genau einen solchen Glücksbringer, beziehungsweise «Glücks-Betim» brauchen die Ostschweizer im Meisterrennen. Dennoch ist es gestern Abend leider passiert. Die eindrückliche Bilanz hat einen Makel abbekommen. Die Espen verlieren das Auswärtsspiel beim FC Thun mit 1:2, mit Fazliji in der Start-Elf.

Mit bislang einer Niederlage in petto, ist die Leistung des polyvalent einsetzbaren Eigengewächses noch immer hervorragend und das wird sie auch bleiben – auch im Falle des Eintreffens des Worst-Case. Es sind noch vier sehr schwere Meisterschaftsspiele zu bestreiten. Die Espen haben noch immer alles in den eigenen Händen.

Vom Gejagten zum Jäger

Mit der Niederlage im Berner Oberland, ist es vorerst vorbei mit der Tabellenführung. Der FCSG hat Boden im Meisterrennen auf die Berner Young Boys verloren. Auch wenn es nur zwei Punkte sind, kann das viel sein. Denn auf die Ostschweizer wartet noch ein schweres Restprogramm. Zuerst trifft die Zeidler-Truppe auf die Bebbi aus Basel, danach auf den FCZ, gegen den man bislang ohne Punkte blieb und nach Xamax wartet dann auch noch der amtierende Meister.

Die Rollen haben sich gestern etwas verändert. Der FCSG war nun wochenlang das gejagte Team an der Spitze. Eine Rolle, welche die Espen so nicht oder kaum kannten. Nun schlüpfen sie in die Rolle des Jägers und dieses Kleid könnte den Espen besser stehen, denn damit kennt man sich in der Ostschweiz besser aus.

Nun heisst es: Alles kann, nichts muss!