Im Alter von 12 Jahren hat Julian von Moos mit dem Nachwuchsspitzenfussball begonnen. Über Sichtungstrainings und -spiele beim Stützpunkt Thurgau gelang ihm der Schritt in die Juniorenabteilung vom FC St.Gallen 1879. «Eigentlich hätte ich schon ein Jahr früher zum FCSG gekonnt. Meine Eltern wollten aber, dass ich die Mittelstufe an derselben Schule abschliesse», erläutert von Moos. Das grün-weisse Trikot tauschte er drei Jahre später gegen das blau-weisse der Grasshoppers. Warum dieser Schritt? «Ich war GC-Fan. Und der Club ist bekannt als gute Ausbildungsstätte, die Junioren weiterbring. Ich hatte das Gefühl, dass ich bei GC meine gute Ausbildung beim FCSG noch komplettieren kann.»

Von Moos lebte fortan auf dem GC-Campus. Im Alter von 15 Jahren das Elternhaus bereits zu verlassen, ist nicht für jedes Kind denkbar. «Anfänglich war es nicht einfach. Doch ich habe mich darauf gefreut. Wenn man Profi werden will, muss man auch Hürden überspringen wollen», sagt die FCB-Leihgabe. Nach zwei Jahren bei den Zürchern ging die Reise weiter. Auf die Saison 2018/19 hin wechselte der Nachwuchs-Stürmer ans Rheinknie. «Ich glaube, der FC Basel ist die beste Mannschaft der Schweiz. Man trainiert täglich mit Spielern, die Champions League gespielt haben. Ich bin und war mir schon damals sicher, dass dies für meine persönliche Entwicklung hilfreich ist», sagt von Moos zu seinem Transfer nach Basel.

Erstes Profispiel – erstes Tor

Dass der Schritt hilfreich war, zeigt auch sein Einstand im Profi-Fussball. In der letzten Runde der vergangenen Super-League-Saison kam er in der 74. Spielminute gegen Xamax zu seinem Einstand als FCB-Profi. Für sein erstes Tor brauchte er gerade einmal 16 Minuten. In der 90. Spielminute schloss er eine Vorlage von Ricky van Wolfswinkel erfolgreich ab. Mit seinem starken linken Fuss brachte er das runde Leder in der rechten Torecke unter. «Es war ein Moment von purem Glück. Ein unvergessliches und unbeschreibliches Gefühl, von der Fankurve gefeiert zu werden», schildert von Moos den Moment.

Doch von Moos ist nicht nur im Clubfussball erfolgreich, sondern auch in der Schweizer Nationalmannschaft. Im Jahr 2018 führte er die U17-Nati an der Europameisterschaft in England drei Mal als Captain aufs Feld. «Es macht einen Spieler immer stolz, sein Land zu vertreten. Als Captain wird dieses Gefühl noch verstärkt», sagt der neue Stürmer vom FC Wil. Trotz zwei Siegen aus drei Spielen schieden die Schweizer als Gruppendritte aus. «Trotz des frühen Outs haben wir die Zeit dort genossen. Auch solche Erfahrungen bringen einen weiter.

Seit seiner Ankunft erst zwei Trainings

Weiter macht der junge Fussballprofi derzeit beim FC Wil. Wie es zu diesem Wechsel gekommen ist, erklärt Julian von Moos so: «Ich habe mit meinen Beratern gesprochen. Für meine weitere Entwicklung ist es wichtig, dass ich Spielpraxis sammeln kann, um den nächsten Schritt zu machen. Dann hat sich Ciriaco Sforza stark um mich bemüht.» Nach nur einem Training stand der 18-Jährige bereits in der Stammformation der Wiler im Auswärtsspiel gegen den SC Kriens. Ein Traumdebut für seinen neuen Klub gab es nicht. Die Wiler verloren mit 0:2. Die Trainingsfrequenz in Wil konnte der Thurgauer noch nicht steigern. Bis am Mittwoch weilte er mit der U19-Nationalmannschaft in der italienischen Stadt Lecce. Eine Blessur am Fuss verhinderte einen Einsatz im Freundschaftsspiel gegen die Nachwuchs-Squadra-Azzurra.

Am kommenden Wochenende möchte er aber mit Sicherheit für die Wiler auf Torjagd gehen. Doch von welchem Schweizer Team ist er nun Fan?: «Als Kind war ich GC-Fan. Das übernahm ich von meinem Vater. Jetzt drücke ich in der Challenge League dem FC Wil die Daumen und in der Super League dem FCB.»

 
Der neue Wil-Stürmer über seine Freizeit und sein neues Team.