hallochamps.ch: Marc, Du hast deine Fussball-Karriere im Sommer 2011 beim FCSG beendet. Ging es fussballerisch danach noch weiter?

Ich war danach noch zwei Jahre beim SC Brühl. Es war für mich ein langsames Ausklingenlassen aus dem Profifussball. Wir konnten in diesen zwei Jahren in die Challenge League aufsteigen und dadurch durfte ich das Stadt-Derby als Spieler noch erleben. Zum Abschluss war ich noch ein Jahr Konditionstrainer bei den Kronen und hängte danach meine Fussballschuhe definitiv an den Nagel. Von diesem Zeitpunkt an hatte ich eigentlich nichts mehr mit Fussball zu tun.

hallochamps.ch: Wie ist es beruflich für Dich weiter gegangen?

Ich hatte zuerst eine zweijährige Findungsphase. Ich habe verschiedene Jobs ausprobiert, auch beim FC St.Gallen 1879. Seit dem Jahr 2013 bin ich als Centerleiter bei Update Fitness in Rorschach. Das macht mir richtig Spass.

hallochamps.ch: Denkst Du noch oft an Deine Zeit beim FCSG zurück?

An so schöne Zeiten erinnert man sich definitiv gerne zurück.

hallochamps.ch: Was ist die schönste Erinnerung im Bezug auf den FCSG?

Da gibt es so viele Momente. Ich glaube das würde den zeitlichen Rahmen heute sprengen (lacht). Um es kurz zu formulieren: Der FCSG hat mir die Möglichkeit gegeben, mein Hobby zum Beruf zu machen. Dafür empfinde ich eine sehr grosse Dankbarkeit. Natürlich ist auch die Meistersaison eine sehr schöne Erinnerung und die danach stattfindenden internationalen Spiele. Dazu kommt sicherlich noch, dass ich als FCSG-Spieler zum Nationalspieler werden durfte.

hallochamps.ch: Warum hattest Du damals die Rückennummer 17? Diese Trikotnummer darf ja seit Deinem Karrierenende beim FCSG kein Spieler mehr tragen.

Dass die Trikotnummer niemand mehr tragen darf, ist natürlich eine grosse Ehre für mich. Aber eigentlich hat die Zahl keine grosse Bedeutung für mich. Der einzige Zusammenhang zwischen der Zahl und mir ist, dass ich an einem 17. Geboren bin (17.10.1973). Und die 17 sieht meinem Empfinden nach auch ganz gut auf dem Trikot aus.

hallochamps.ch: Du bist eine wahre Legende beim FCSG und wurdest bei der Nacht des Ostschweizer Fussballs auch als solche ausgezeichnet. Was bedeutet das für Dich?

Das ist eine sehr schöne Anerkennung für meine erbracht Leistung für den FCSG. Dass ich mich gegen Ivan Zamorano und Tranquillo Barnetta in dieser Wahl durchsetzen konnte, die fussballerisch und karrieretechnisch mehr erreichten als ich, ist für mich grossartig. Ich glaube es lag daran, dass ich eigentlich immer in St. Gallen geblieben bin. Dafür möchte ich mich auch im Nachhinein nochmals herzlich bei den Fans bedanken. Ich glaube das zeigt, dass ich nicht ganz alles falsch gemacht habe.

hallochamps.ch: Wirst Du noch oft angesprochen auf der Strasse?

In der jetzigen Phase, in der der FCSG so stark ist, werde ich im Fitnesscenter öfters angesprochen. Unsere Kunden fragen oft nach meinen Erfahrungen in der Meistersaison und wir tauschen dann Erinnerungen aus – das ist sehr schön. Aber leider ist nun das Coronavirus dazwischen gekommen. Wir werden sehen wie und ob es weitergeht.

Erkannt werde ich schon noch ziemlich oft. Ich denke man darf sagen, dass man mich in der Ostschweiz kennt.

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Die Trikotnummer 17 wird beim FCSG nicht mehr vergeben.Eine wahre Legende in Grün-Weiss.

hallochamps.ch: Nun plant der FCSG ein Legendenshirt von Dir. Dabei werden nur 300 Shirts verkauft und die Trikots sind mit einem digitalen Zwilling auf der Blockchain verknüpft. Diese Technologie stellt sicher, dass jedes dieser 300 Shirts ein Unikat ist und nicht gefälscht/kopiert werden kann. Weisst Du schon etwas mehr darüber?

Wirklich viel von diesem Shirt weiss ich bis jetzt noch nicht. Das meiste hast du mir mit deiner Frage gerade verraten. Dennoch bin ich sehr gespannt was das Shirt alles kann. Natürlich wurde ich im Vorfeld angefragt, ob es für mich in Ordnung sei, wenn ein solches Shirt auf den Markt kommt. Jetzt freue ich mich darauf, dass bald wieder 300 Personen mit einem «Zelli»-Shirt im Stadion sind.

hallochamps.ch: Kommen wir zur aktuellen Situation beim FCSG. Die Espen wäre seit 2000 endlich wieder einmal auf Meisterkurs und das mit vielen eigenen Junioren. Was macht die Espen derzeit so stark und erfolgreich?

Das ganze Paket. Es beginnt bei der Führung, die stets ruhig bleibt und die Menschen arbeiten lässt. Dann ein Trainer, der aus meiner Sicht einen sehr guten Job macht. Er kann seinen Spielern die eigene Spielphilosophie gut vermitteln und die Spieler setzen diese super um. Dazu herrscht eine Unbeschwertheit im Team. Was jedoch sehr wichtig ist, sie haben die Euphorie in der Ostschweiz wieder geweckt. Eine Euphorie die unter der alten Führung etwas eingeschlafen ist. Das ist in meinen Augen das grösste, was sie erreicht haben. Die Zuschauer kommen wieder in Scharen ins Stadion und sind begeistert vom gebotenen Fussball. Das ist einfach super!

hallochamps.ch: Für die FCO-Nachwuchsspieler steht beim FCSG die Tür zum Profi weit offen, viele erhalten die Möglichkeit Profi zu werden. Welche Ratschläge kannst Du den Nachwuchstalenten mit auf den Weg geben?

Sie dürfen die Freude am Fussball nicht verlieren und müssen bereit sein, Opfer zu bringen. Denn in diesem Alter kommen nach und nach weitere Interessen dazu, auf welche die Nachwuchsspieler verzichten müssen. Wenn man das Ziel Profi zu werden will erreichen, muss man auf vieles verzichten, was das eigene Umfeld macht. Aber wenn man es dann zum Profi schafft, dann darf man sich auf tolle Jahre freuen.

hallochamps.ch: Mit hallochamps.ch hat der FCO ein eigenes Online-Magazin erhalten. Man erhofft sich damit, das Interesse für den Nachwuchs- und Frauenfussball steigern zu können. Hast Du davon schon gehört?

Ich bin bis jetzt über einzelne Artikel von euch auf Facebook gestossen. Natürlich schaue ich heute auch rein, um das Interview mit mir zu lesen.