Das Kollektiv verschläft den Start der so wichtigen Partie komplett. Da waren sie wohl noch in der Erholungsphase statt bereits wieder voll im Ernstkampfmodus. Erst nach dem zweiten Tor der Basler, in der 5. Spielminute, wachten die St. Galler aus dem Erholungsschlaf auf.

Die Aggressivität nahm ein hohes Level an und die Espen rissen das Spiel an sich. Leider nur zu spät. Der Meisterschaftszug scheint abgefahren zu sein. Denn das Team von Peter Zeidler vermochte die Partie nicht mehr zu ihren Gunsten zu drehen - im Gegenteil. Durch den frühen Zwei-Tore-Rückstand mussten die Espen in der Defensive Tür und Tor öffnen, welche die Basler gnadenlos ausnutzten. Schlussstand 0:5. Ein zu hohes Resultat, welches das Spielgeschehen nicht wirklichkeitsgetreu wiederspiegelt.

Könnte man die ersten fünf Minuten zurückspulen, so müsste man sagen, dass St. Gallen ein attraktives Spiel zeigte, mit viel Leidenschaft, Kampfgeist und Engagement. Dennoch überwiegt die Enttäuschung über den Fehlstart, welcher die hohe Niederlage wohl zu verschulden hat.

Silvan Hefti

Versucht es in der 38. Minute aus der Distanz, wobei der abgefälschte Ball nur knapp am Pfosten vorbei rauschte. Hefti treibt seine Mannschaft nach dem verpatzten Start an, peitscht sie nach vorne und ist an fast jedem Angriff beteiligt. Er bring wohl Gefahr in den Sechzehnmeter-Raum des FC Basel, jedoch war man schlussendlich immer einen Schritt zu spät.

Hefti war am gestrigen Abend einer der besten im Team von Zeidler und wurde seines Amtes als Captain gerecht. Mit erhobenem Haupt versuchte er sein Team in die Erfolgsspur zurück zu bringen und den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Enttäuscht verliess das Eigengewächs nach 75 Minuten den Platz.

Leonidas Stergiou

Da haben die Espen wohl noch geschlafen. Ganz schwache erste Minuten. Der FCB brauchte 5 Minuten und bereits stand es 2:0. Bei beiden Toren sah die Verteidigung nicht sattelfest aus. Zu schnell war das Umschaltschaltspiel von Stergiou beim ersten Gegentreffe – was auch dem Spielstil geschuldet war. Zu offen war danach die FCSG-Defensive. Ex-FCO-Stürmer Kemal Ademi hatte daraufhin keine Mühe das Skor an diesem Abend zu eröffnen.

Stergiou erholte sich jedoch schnell von den Rückschlägen und machte seine Sache gewohnt richtig gut. Das noch mehr forcierte Offensivpressing der Espen, machte die Aufgabe der Verteidiger noch schwerer, denn die Basler lauerten auf Konter. Die Espen sagten sich wohl, alles oder nichts – und nichts wurde daraus. Die Hintermannschaft rund um Leonidas Stergiou wurde noch drei weitere Male bezwungen. Ein Abend zum vergessen aus Sicht der Verteidiger.

Betim Fazliji

Ganz schwach verteidigt beim 2:0 von Samuele Campo. Silvan Widmer kommt ohne Mühe am Innenverteidiger vorbei und legt auf Campo auf. Dieser musste nur noch einschieben. Auch er war wohl nach dem Anpfiff noch in er Erholungsphase und mental noch nicht auf dem Platz. Nach dem 2:0 steigerte er sich wie das gesamte Team. Er zeigte viel Offensivdrang, ging dabei aber auch grosses Risiko. Dennoch war dies wohl die Anweisung von oben. Das Risiko wurde nicht mehr belohnt, sondern dreifach bestraft.

Hoffentlich kommt nach der langen Ungeschlagenheit von Betim Fazliji nicht die eine lange Durststrecke.

Tim Staubli

Kommt für die Schlussviertelstunde auf den Rasen im kybunpark. Auch er kann die Hoffnung nicht zurück in die Partie tragen. Gar muss er noch zusehen, wie die «Bebbi» zum vierten und fünften Mal an diesem Abend treffen.

Es ist immer schwierig bei einem Spielstand von 0:3 ins Spielgeschehen einzugreifen. Dennoch war er sowohl offensiv und defensiv bemüht, jedoch ohne sich gross zeigen zu können.

Alessandro Kräuchi

Was für Staubli gilt, gilt in diesem Fall auch für Kräuchi. Sein Einsatz war für den jungen St. Galler wohl eher demotivierend als motivierend. Er kam in einer Phase ins Spiel, in der die Espen überrollt und ausgekontert wurden.

Auch für ihn heisst es nun, neuen Mut und Kraft tanken, das Spiel abhacken und nach vorne schauen. Alles ist theoretisch noch möglich.

Zwei FCB-Spieler mit Vergangenheit beim FCO

Neben Fabian Frei, der 2009 als Profi zu den Espen stiess, haben zwei weitere Spieler vom FC Basel eine Vergangenheit beim FCSG beziehungsweise beim FCO. Der Eine wurde zwar in der Ostschweiz Profifussballer, absolvierte jedoch nur neun Spiele für Grün-Weiss ehe er nach Salzburg weiterzog – Jasper Van der Werff. Der Andere hat schon im Nachwuchsbereich seine Koffer in St. Gallen gepackt und schloss sich der Nachwuchsabteilung des deutschen Bundesligisten TSG Hoffenheim an – Kemal Ademi.

Jasper Van der Werff

Nach neun Spielen und einer Vorlage in der Super League verliess Jasper Van der Werff den FC St.Gallen 1879 bereits in Richtung Red Bull Salzburg. Scouts des Dosenklubs sollen den talentierten Ostschweizer bereits längere Zeit auf dem Notizzettel gehabt haben. Derzeit sammelt der 21-Jährige Spielpraxis am Rheinknie.

Der grosse Bruder von U18-FCO-Talent Florian Van der Werff spielte eine unauffällige Partie, konnte jedoch mit seinen neuen Kollegen die Null halten. Die Salzburg-Leihgabe spielt abgeklärt, hat jedoch auch das Glück, dass bei den Espen die Genauigkeit und das nötige Glück vor dem Tor fehlte.

Kemal Ademi

Genau der in der Ostschweiz aufgewachsene Stürmer vom FCB trifft nach vier Minuten ins St. Galler Herz. Mit dem grossen Jubel unterstreicht er, dass er mit seiner Fussballzeit in der Ostschweiz abgeschlossen hat.

Und der grossgewachsene Stürmer tat es nochmals. Mit seinem zweiten Treffer am gestrigen Abend machte er den Deckel auf die Partie. In der 57. Spielminute vernichtet Ademi wohl vorläufig die Meisterträume in seiner Heimat.