Die Espen hatten alles im Griff und das über 90 Minuten. In der Offensive ein Feuerwerk und in der Defensive ein Bollwerk. Das Abwehr-Bollwerk bestand aus drei Eigengewächsen, die allesamt beinahe Fehlerlos agierten und dem FCL mehr als nur das Leben schwer machten.

Immer wieder spielen sich die Espen durch die FCL-Verteidigung. Das Kombinationsspiel des FCSG funktioniert einwandfrei. Beim FCL ging nichts über Ansätze hinaus.

Das hohe Pressing der St. Galler wurde bereits in der ersten Halbzeit mit drei Toren belohnt. Auch dabei hatten die FCO-Profis ihre Füsse mit im Spiel. Meisterlich was die Espen zeigten und beeindruckend wie sich die Spieler aus dem eigenen Nachwuchs präsentierten.

Leonidas Stergiou:

Stergiou hat wie gewohnt seine angestammte Position in der Innenverteidigung von Beginn weg eingenommen und zeigte wie immer seine Klasse auf dem Feld. Den gefährlichen FCL-Stürmer Francesco Margiotta hatte der 18-Jährige mehr als nur im Griff. Stergiou und Fazliji nahmen die Offensive von Fabio Celestini komplett aus dem Spiel. Auch Pascal Schürpf, welcher gegen Lugano für die Wende zuständig war, blieb gegen die Eigengewächse blass.

In der 61. Spielminute klärte Stergiou im Fünf-Meter-Raum eine Luzerner Hereingabe zum Eckball. Stark, sonst hätten die Gäste wohl ihren zweiten Treffer am gestrigen Abend erzielt. Die Zweikampfstärke sowie die Schnelligkeit von Stergiou machen seine eher kleine Körpergrösse für einen Innenverteidiger mehr als wett. Einfach top, wie der erst 18-jährige Verteidiger Spiel um Spiel auftritt und abliefert.

Betim Fazliji:

Was für Stergiou gilt, stimmt auch, wenn man von Fazliji spricht. Die momentanen Leistungsträger aus dem eigenen Nachwuchs lassen, nebst dem Gegentreffer, keine einzige, klare Torchance zu. Betim Fazliji hat sich in Zwischenzeit nicht nur in die grün-weissen Herzen der FCSG-Fans gespielt, sondern auch in die Stammformation von Cheftrainer Peter Zeidler. Sein Positions-Vorgänger, Yannis Letard, fehlte sogar im Aufgebot des Deutschen.

Der 21-jährige Rheintaler zeigte sich nicht nur stark im Spiel gegen den Ball in der eigenen Platzhälfte, sondern auch kämpferisch im Pressing in der gegnerischen Hälfte. So manche Ballgewinne gehen auf sein Konto. Und seine Punkteausbeute mit dem FCSG wird immer unglaublicher.

Nun hat er bereits 21 Spiele mit dem Fanionteam des FC St.Gallen 1879 bestritten und noch nie verloren. Die Espen haben mit ihrem «Glücks-Betim» 57 von möglichen 63 Punkten geholt. Das entspricht 18 Siege und drei Unentschieden. Ein überragender Wert.

Silvan Hefti:

Das Silvan Hefti nicht nur Defensiv sehr stark aufspielen kann, sondern auch offensiv immer wieder brandgefährlich für den Gegner wird, weiss man spätestens seit dieser Saison. Mit drei Toren und sechs Torvorlagen hat der einstige Nachwuchs-Espe massgeblichen Anteil am derzeitigen Höhenflug seines Teams.

Wunderbar bereitete er auch gestern in der 26. Minute das 2:0 von Itten vor. Görtler spielt sich auf der Aussenbahn frei, legt auf Hefti auf und dieser legt butterweich in den Fünf-Meter-Raum auf Itten auf. Ein weiterer Skorerpunkt für den FCSG-Captain. Mit solchen Leistungen und seinen Skorerqualitäten wird er wohl immer begehrter auf dem Transfermarkt werden.

In der 86. Minute hätte sich Hefti beinahe noch mit einem Tor belohnt. Eine tolle FCO-Ball-Stafette mit Staubli konnte er nicht veredeln. Er setzt das Leder an den Innenpfosten. Eine weitere Chance bot sich dem unermüdlichen Aussenläufer nur Minuten später. In der Nachspielzeit taucht der Goldacher gefährlich vor dem FCL-Torhüter Marius Müller auf. Aus spitzem Winkel bringt Hefti den Ball aufs Tor, doch Müller reagiert schnell und kann klären.

Sack stark der FCSG-Captain.

Tim Staubli:

In der 74. Spielminute kommt Tim Staubli aufs Feld für André Ribeiro, der das Skor am gesterigen Abend eröffnete. Staubli übernahm die Position hinter der Spitze und konnte auch in der kurzen Zeit überzeugen. Er ging in jeden Zweikampf, hat einige Ballkontakte und versucht seine Kollegen in Szene zu setzen.

Beinahe hätte Hefti von einer tollen Staubli-Vorlage profitiert. Mit der Hacke leitete der Mittelfeldakteur den Ball auf seinen Captain weiter, der das 5:1 nur knapp verfehlte. Mit solchen Auftritten empfiehlt sich Tim Staubli für mehr Einsätze im Team von Peter Zeidler.

Angelo Campos:

Endlich, wird sich der junge Bündner gedacht haben. In der 79. Spielminute darf Angelo Campos nach 24 Spielen ohne Einsatz wieder einmal in der Super League eingreifen. Beinahe ein Jahr musste sich der Stürmer gedulden. Sein letzter Einsatz in der Super League war am 25. August 2019 gegen den FC Lugano. Gestern dann ersetzte Campos den Doppeltorschützen Cedric Itten im Sturm.

Sofort zeigt der Offensivspieler Kampfgeist und wirft sich in die Duelle mit den FCL-Verteidigern. Er kann ganz klar, körperlich auf diesem Niveau mithalten und holt in der Schlussphase einen Freistoss in guter Position heraus. Quintilla bringt ihn für einmal nicht aufs Tor.

Selbst hatte Angelo Campos in der 87. Spielminute auch noch das 5:1 auf dem Fuss. Leider konnte er die Hereingabe nicht kontrollieren. Es wäre ihm zu gönnen gewesen.