Cédric Gasser ist ein FCO-Junior, welcher den klassischen Weg von Future Champs Ostschweiz mitgemacht hat – bis zum Ziel. Er kam aus dem Breitensport des FC Steinach zum Stützpunkt Thurgau und durchlief dann die U-Mannschaften vom FC St.Gallen 1879. Am Ende seiner Juniorenlaufbahn wurde er Profi. Dass der FCO nicht nur eine fussballerisch hochstehende Ausbildung liefert, sondern auch schulisch auf höchstem Niveau mithalten kann, beweist sein Beispiel. Er schloss die Sekundarschule am Campus ab, welcher zu dieser Zeit noch in Bürglen war. Danach bestand er an der Kantonsschule St. Gallen die Matura und ist heute HSG-Student – nach dem Assessment will er BWL studieren. Neben dem Leben als Profifussballer beim FC Vaduz, versteht sich. «Ich wollte es einfach ausprobieren. Ob es dann klappt mit dem HSG-Abschluss, ist eine andere Frage», sagt der Innenverteidiger lachend.

Kürzlich hat er das erste Semester mit den Prüfungen abgeschlossen. Ob er bestanden hat, weiss der Vaduz-Profi noch nicht: «Es war schwierig, vor allem Mathe und BWL. Meine Chancen stehen etwa bei 50:50. Ich kanns nicht wirklich einschätzen.» Wäre er also Betriebsökonom geworden, wenn es mit der Fussball-Karriere nicht geklappt hätte? Dazu sagt Gasser: «Ich wollte eigentlich in dem Fall immer Sportlehrer oder Lehrer werden. Beide Ausbildungen lassen sich jedoch durch die Anwesenheitspflicht schlecht mit dem Profisport vereinen.» An der Universität St. Gallen gibt es keine Präsenzpflicht. Das hilft.

Ohne Erwartungen gestartet

Doch dass Cédric Gasser heute Fussballprofi ist und nicht Sportlehrer, war nicht immer klar. Sein Schritt in die Jugend des FCSG war nicht ganz einfach. «Mein damaliger Trainer sagte zu mir, ich sei ein Versuchskaninchen. Denn die körperlichen Voraussetzungen brachte ich alle mit, an der Technik mangelte es aber noch», beschreibt der Steinacher seinen Beginn bei Grün-Weiss. Er sei ohne grosse Erwartungen in dieses Fussballabenteuer gestartet und konnte sich immer weiterentwickeln. «Manchmal wusste ich selbst nicht, warum es immer weitergegangen ist. Ab den letzten zwei Juniorenstufen, U18 und U21, konkretisierte sich der Weg zum Profi. «Es kamen vermehrt Trainer auf mich zu und meinten, dass ich unbedingt dranbleiben soll. Denn das Potential zum Profi hätte ich», erklärt der Fussballer.

Ost-Tour: St.Gallen-Wil-Vaduz

In einem Cup-Spiel gegen die Berner Young Boys stand Gasser zum ersten Mal im Profikader. Für ihn kam dieses Ereignis unerwartet, da er nach einer Verletzung mit der U21 die Spiele bestritt. «Ein Kollege aus der ersten Mannschaft kam zu mir in die U21-Umkleidekabine und sagte, dass ich für das Spiel im Kader sei. Ich habe nicht damit gerechnet und hatte darum gar keine Wechselkleidung für nach dem Spiel dabei. Ich musste improvisieren. Als Unterhosenersatz musste ich Tights mitnehmen», beschreibt der Verteidiger die damalige Szene.

Zu einem Einsatz ist es damals noch nicht gekommen. Erst rund drei Monate später, gegen Lugano war es soweit. Auch im Februar des Jahres 2018 wurde der Verteidiger für Marco Aratore eingewechselt und durfte gleich danach ein Tor bejubeln. «Ich war am Treffer nicht beteiligt, doch es hat meinen Einstand im Profifussball noch verschönert. Einen Sieg vor dem Espenblock zu feiern, ist ein unbeschreibliches Gefühl», sagt Cédric Gasser. Auf seinem Weg zum Stammspieler im Profibereich ist er noch. Jedoch kommt er diesem Ziel immer näher – die Einsatzzeit nimmt zu. Letzte Saison wurde Gasser von den Espen an den FC Wil ausgeliehen und auf diese Saison hin zum FC Vaduz transferiert. «Mir gefällt es ausgesprochen gut Fürstentum. Wir sind eine super Truppe mit viel Potential. Ich bin stolz Teil dieses Vereins zu sein», sagt Gasser.

 
Cédric Gasser über die Besten seines Faches.