Bereits in meiner frühen Kindheit, die ich noch in Basel verbrachte, wurde mir der Fussball durch meine Kindergartenkollegen nähergebracht. Einerseits verfolgte ich durch sie die Spiele des FC Basel, der zu jener Zeit auch Schweizer Meister wurde und andererseits spielte ich mit ihnen Fussball, wann immer es möglich war. So entstand in mir bereits sehr früh der Traum später einmal Profifussballer zu werden. Allerdings war es auch so, dass ich oft krank wurde und unter Atemnot litt. Das änderte sich auch nicht, als ich mit meiner Familie nach Thundorf in die Ostschweiz zog und dort in die Primarschule eintrat. Ich schloss mich zwar sehr bald dem FC Thundorf, wo ich meine Leidenschaft noch mehr und unter noch besseren Bedingungen ausleben konnte, an, aber meine gesundheitlichen Probleme blieben. Obwohl meine Eltern mit mir verschiedene Ärzte aufsuchten und wir einmal sogar in der Notfallaufnahme landeten, wurde das eigentliche Problem lange nicht erkannt.

Asthma und Spitzensport – geht das?

Da Thundorf ein sehr sportliches Dorf ist, hörte ich von verschiedenen älteren Jungs, die eine Sportschule besuchen und so ihre Leidenschaft und die Schule unter einen Hut kriegen würden. Dies wurde auch mein grosser Traum und ich versuchte in den Trainings und an den Matches mein Bestes zu geben. In der 2. Primarschule wurden dann meine Mandeln geschnitten, was mir gegen meine Erkrankungen half. Leider hatte ich weiterhin Probleme mit dem Atmen, weshalb ich auf Anraten eines Osteopathen eine Lungenspezialist aufsuchte. Dieser fand heraus, dass ich unter schwerem Asthma litt.

Das war natürlich ein grosser Rückschlag für mich und mein Traum schien noch weiter weg gerückt zu sein. Sogar meine Eltern, die mich sonst sehr unterstützten, schlugen mir vor einem anderen Hobby nachzugehen. Zu der Zeit konnte ich mir nicht vorstellen jemals eine Sportschule zu besuchen. Doch zu meinem Glück verbesserte sich meine Situation durch die regelmässigen Einnahmen der Medikamente.

Pubertät liess Symptome abklingen

Aber es kam sogar noch besser, denn durch die Pubertät verschwanden die Asthmaanfälle und das erste Mal in meinem Leben konnte ich mich voll auf den Sport fokussieren. Diese Umstellung wirkte sich positiv auf meine fussballerischen Fähigkeiten aus, so dass ich via FC Tobel-Affeltrangen dann in der Sportschule Bürglen landete. Dass mein grosser Traum trotz den grossen Startschwierigkeiten nun doch Wirklichkeit geworden war, machte mich glücklich und dankbar. Heutzutage brauche ich den Spray nur noch in ganz seltenen Fällen.

Mittlerweile bin ich bereits in meinem zweiten Jahr beim Talent-Campus des FC St. Gallen und spiele als Captain in der U-15. Mein Traum ist nach all den Jahren der gleiche, nämlich Fussballprofi zu werden. Zugleich merke ich, dass mein Traum bereits jetzt wahr geworden ist, hier an dem Ort, wo ich Fussball und Schule so gut miteinander verbinden und – fast – jeden Tag auf dem Platz stehen und so meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen kann. Ab und an denke ich zurück an die Zeit, als ich mit Atemnot in meinem Bett lag und mein grosser Traum unerreichbar schien. Und ich staune über den Weg, den ich gehen durfte und geniesse jeden Tag.

By Noah Epting

 
Noah Epting lebt seinen Traum.