Neben dem Haus der Familie Tsawa steht der Traum vieler Kinder, die gerne Fussball spielen: der hauseigene Trainingsplatz. Statt einer Wohlfühl-Oase mit Blumen und einem Teich findet man einen professionellen Kunstrasenplatz, samt Toren und Trainingsequipment. Doch wie kams dazu?

«Schon länger beschäftigten wir uns mit dem Gedanken, für unsere Kinder einen Fussballplatz zu bauen», sagt Xenia Tsawa, die Frau von Dorjee Tsawa und Mutter der vier gemeinsamen Kinder. «Drei unserer vier Kinder lieben es, das runde Leder im Netz zu versenken. Sie haben die Leidenschaft von ihrem Vater geerbt», führte sie weiter aus. Ihr Sohn Cheveyo und die Tochter Shanae schnüren ihre Fussballschuhe bereits für den FCO. Cheveyo spielt derzeit im Team von Trainer Mario Gilli in der FE-14 und Shanae darf nach erfolgreichem Sichtungstraining einmal pro Woche beim Stützpunkt St. Gallen mittrainieren. Hauptsächlich stülpt sie sich jedoch das Trikot vom FC Winkeln über – das soll sich jedoch in Zukunft ändern.

Franco Di Jorio ebnet den Weg

Zum Bau des Platzes kam es im Juni dieses Jahrs. Franco Di Jorio, ebenfalls ehemaliger Fussballprofi des FC St. Gallens und guter Freund der Familie, löste seine Indoor-Fussballanlage in Glattbrugg auf und die Tsawas durften sich kostenlos am Inventar des sogenannten Soccerdomes bedienen. So fanden der Kunstrasen, das Ball-Fang-Netz und diverse Trainingsmaterialien den Weg nach Andwil.

«Es war ein mühsames Unterfangen. Zuerst mussten wir mit einem Industriestaubsauger den Rasen vom Granulat befreien, um ihn überhaupt anheben zu können», beschreibt Xenia Tsawa den Umzug. «Doch es hat sich gelohnt. Wir versuchen alle Träume unserer Kinder zu unterstützen. Und der Fussballplatz ist hierfür ein grosser Schritt», sagen sie unisono. Vor allem Cheveyo Tsawa träumt von einer Karriere als Fussballer und investiert viel Zeit in sein Vorhaben. 

Trainingscamps in Barcelona und Madrid

Seit seinem siebten Lebensjahr spielt Cheveyo beim FCO. Trotz des grossen Altersunterschieds kämpfte er sich zu diesem Zeitpunkt bereits in das Team der U11. Doch die Leidenschaft für den populärsten Sport Europas war nicht angeboren. «Ich interessiere mich erst seit der Fussball WM im Jahr 2010 für diesen Sport», sagte der junge Nachwuchsfussballer vom FCO mit Jahrgang 2006. Von diesem Zeitpunkt an gab es für ihn jedoch nur noch eins – Fussball. Obwohl sein Vater Konditionstrainer der FCZ-Academy ist, steht für Cheveyo Tsawa fest: Grün-Weiss ist sein Verein.

 
Cheveyo und Shanae Tsawa srechen über ihre Zukunft

Um seinen grossen Traum von der Profikarriere erfüllen zu können, besucht der talentierte Fussballer private Fussballlager in den Sommerferien. Zweimal ist er dabei bereits aufgefallen und gehörte zu den besten Spielern dieser Camps. Als Preis für die guten Leistungen durfte er 2017 eine Woche in Barcelona in ein Trainingscamp. Und im Jahr drauf wurde er nach Madrid eingeladen. Es handelte sich nicht um Sichtungstrainings, dennoch durften die Talente im ehrwürdigne Santiago Bernabeu trainieren. Erfahrungen, welche den Traum noch stärker wachsen liessen, Profi zu werden.