Der FC Thun steht noch nicht mit dem Rücken zur Wand, jedoch ist die Aufgabe nach dem Barrage-Hinspiel eine noch schwierigere geworden. Dennoch zeigte die letztjährige Ausgabe, dass alles möglich ist. Damals konnte Neuchâtel Xamax ein 0:4-Rückstand im zweiten Spiel gegen den FC Aarau noch ausgleichen und blieb somit erstklassig. Gegen den FC Vaduz braucht es dennoch eine herausragende Leistung damit der FC Thun und seine drei FCO-Profis Nias Hefti, Basil Stillhart und Magnus Breitenmoser auch nächste Saison in der Super League mitspielen dürfen.

Der FC Vaduz ist nämlich in Top-Form. Nach einem sehr durchzogenen Saisonstart, sah nichts danach aus, als ob die Liechtensteiner um den Aufstieg mitspielen könnten. Dennoch hat sich das Team von Trainer Mario Frick (ehemaliger FCSG-Stürmer) gefangen und sich bis auf den Barrage-Platz vorgespielt. Die Grasshoppers aus Zürich konnten sie auf der Zielgeraden noch überholen und hinter sich lassen. Das Team aus dem «Ländle» ist gespickt mit ehemaligen Spielern vom FCO. Gleich sechs FCV-Profis stammen aus dem FCO-Nachwuchs. Cédric Gasser, Manuel Sutter, Tunahan Cicek, Fuad Rahimi, Gion Chande und Gabriel Lüchinger, sie alle hatten in der Jugend Trikots der FCO-Teams an.

Ob nun die Thuner FCO-Profis oder die ehemaligen FCO-Talente vom FC Vaduz nächstes Jahr in der höchsten Schweizer Fussballliga auflaufen werden, zeigt sich heute Abend um 18:30 Uhr. Einen Überblick zu diesen neun ehemaligen Talente aus dem FCO-Konstrukt gibt’s jetzt schon.

FCO-Talente beim FC Thun

Nias Hefti:

Er ist der kleine Bruder vom FCSG-Captain Silvan Hefti. Dennoch hätte wohl Silvan den Weg zum FCSG nicht so früh gefunden, wenn Nias nicht gewesen wäre. In einem früheren Interview mit hallochamps.ch erklärte Nias Hefti: «Der Trainer sprach mich damals an und sagte mir, dass ich doch meinen älteren Bruder auch mal mitbringen soll. So nahm es dann seinen Lauf.»

Heute hat sich der 20-Jährige Goldacher jedoch aus dem Schatten seines Bruders lösen können und spielte eine beeindruckende Rückrunde bei den Thunern. Nias verkörpert viele Eigenschaften, welche auch seinen Bruder auszeichnen. Er ist stark im Zweikampf, antizipiert gut, wagt sich vieles im Offensivspiel und kann einen guten letzten Pass spielen. Nias Hefti konnte sich diese Saison einen Stammplatz erspielen und hat sich in der Super League so richtig eingelebt.

Basil Stillhart:

Er ist der Denker und Lenker im Spiel des FC Thun. Stillhart ist sowohl in der Defensive der Chef, hatte jedoch auch in der Offensive oft seine Füsse mit im Spiel. Seine punktgenauen und gefährlichen Spielauslösungen aus der hintersten Reihe, haben ihn wohl auch zum Objekt der Begierde bei einigen Klubs aus der Schweiz erden lassen.

Basil Stillhart ist ein Ur-Wiler. Er durchlief die komplette Jugend beim FC Wil, spielte sich über die zweite Mannschaft der Äbtestädter in die erste Mannschaft und überzeugte direkt. Im Sommer 2018 wechselte Stillhart zum FC Thun in die Super League. Auch sein Stern schein diese Saison aufgegangen zu sein.

Magnus Breitenmoser:

Im Gegensatz zu Stillhart war Magnus Breitenmoser bereits früh aktiv auf dem Transfermarkt. Bereits mit 15 verliess er den Nachwuchs des FC St.Gallen und schloss sich dem FC Tobel an. Von da aus ging es für ihn zurück ins FCO-Gebilde, zum FC Wil. Auch er schaffte den Sprung in den Profi-Fussball beim FC Wil. Dennoch führte sein Weg erst über den FC Schaffhausen zum FC Thun. Seinen Platz im Team von Marc Schneider hat der 22-Jährige noch nicht gefunden. Seit seinem Wechsel ins Berner Oberland, im vergangenen Winter, kommt der zentrale Mittelfeldspieler lediglich auf zwei Kurzeinsätze.

FCO-Talente beim FC Vaduz:

Tunahan Cicek:

Er galt einst in St. Gallen als die neue Sturmhoffnung, doch seine Karriere nahm einige Abzweiger. Der 28-Jährige war in seiner Karriere bereits zwei Mal vereinslos und versuchte sein Glück in der Türkei. Nur wenige Monate nach dem Start deines Türkei-Abenteuer bei Boluspor kehrte er in die Schweiz zurück. Beim FC Schaffhausen lancierte er seine Karriere neu und startete schnell durch. Bereits ein Jahr später wechselte der Stürmer in die Super League zurück – zu Neuchâtel Xamax. Dennoch gelang ihm der Durchbruch in Neuenburg nicht und so zog es ihn zurück in die Challenge League zum FC Vaduz – ein goldrichtiger Transfer. Cicek ist mit 12 Ligatreffern der beste Torschütze der Liechtensteiner und ist unangefochtener Stammspieler unter Trainer Mario Frick.

Im Hinspiel der Barrage traf der bullige Stürmer zum 1:0. Dies auf Vorlage eines weiteren ehemaligen FCO-Talents – Manuel Sutter.

Manuel Sutter:

Sutter ist mit 11 Ligatreffern der zweit beste Torschütze der vergangenen Saison. In Sachen Skorerpunkte liegen Cicek und Sutter jedoch gleich auf. Denn beide kommen mit ihren Torvorlagen jeweils auf 21 Skorerpunkte. Der sympathische Vorarlberger wechselte im Sommer 2009 von der Akademie Vorarlberg zur U21 vom FCSG. In der Ostschweiz schaffte der Stürmer den Schritt zum Profi, konnte sich jedoch noch nicht ganz in der höchsten Spielklasse etablieren. Bereits 2013 wechselt der talentierte Fussballer das erste Mal nach Vaduz und kehrte nach einem Abstecher beim FC Winterthur, im Winter 2019 ins Ländle zurück.

Nach einigen durchzogenen Saisons knüpft er nun an seine Leistungen der Meisterschaft 13/14 an. Damals erzielte er 12 Tore und legte 7 Mal auf. Somit ist auch er in Top-Form und gehört klar zu den Leadern beim FC Vaduz.

Cédric Gasser:

Auch der 22-jährige Verteidiger der Liechtensteiner konnte sich beim FC Vaduz im Profi-Fussball etablieren. Im Winter 2018 schaffte es das ehemalige FCO-Talent in die erste Mannschaft der Espen. Der Durchbruch blieb ihm jedoch verwehrt. Über den FC Wil gelangte der Rorschacher zum FC Vaduz. Endlich kann der junge Innenverteidiger reichlich Spielpraxis sammeln, wird jedoch diese Saison immer wieder von Verletzungen gebremst. Dennoch ist er drauf und dran sich definitiv in die Stammformation des FCV zu spielen.

Fuad Rahimi:

Einen ähnlichen Weg wie Gasser machte Fuad Rahimi. Jedoch startete Rahimi seine Junioren Karriere bim FC Wil, wechselte 2013 in die Nachwuchsabteilung der Grün-Weissen. Doch den Schritt zum Profi schaffte der schweizerisch-kosovarische Doppelbürger erst wieder bei seinem Stammverein dem FC Wil. 2017 wechselte der Verteidiger von der FCSG U21 in die erste Mannschaft des FC Wil. Dort entwickelte sich Rahimi zum gestandenen Profi und schloss sich anfangs diesen Jahres nach vorgängiger Leihe, definitiv dem FC Vaduz an. Im Fürstentum hat er sich Ende dieser Saison zum Stammspieler entwickelt.

Gabriel Lüchinger:

Der Name Lüchinger ist in der Ostschweiz den meisten Fussballfans ein Begriff. FCSG-Profi Nicolas Lüchinger ist der Cousin von Gabriel Lüchinger. Der 27-Jährige ist aus der Start-Elf des FC Vaduz nicht wegzudenken. Er zieht die Fäden im zentralen Mittelfeld und steht wenn immer er von Verletzungen verschont bleibt auf dem Platz. Er machte diese Saison 29 Spiele für den FCV und traf dabei zwei Mal. Auch er wird mit grosser Wahrscheinlichkeit auch heute von Anfang an auf dem Kunstrasen der Stockhorn Arena auflaufen und versuchen mit seinem Team den Aufstieg in die Super League zu sichern.

Gion Chande:

Gion Chande ist der dritte Goalie im Kader von Mario Frick. Über eine lange Vergangenheit im FCO-Nachwuchs kann der 22-Jährige jedoch nicht zurückschauen. Bereits im Alter von 15 Jahren wechselte der talentierte Goalie in den Nachwuchs des FC Basel und absolvierte dort seine restlichen Nachwuchsjahre. Im Sommer 2019 schloss er sich dem FC Vaduz an. Auf Einsatzzeit im Profifussball kommt Chande jedoch noch nicht.